
In den letzten viereinhalb Jahren haben Institutionen in Bosnien und Herzegowina fast sieben Milliarden KM für die Beschaffung von Waren, Dienstleistungen und Arbeiten ausgegeben. Fast ein Drittel des Geldes wurde über öffentliche Ausschreibungen in den Elektrizitätsunternehmen, Wärmekraftwerken und Bergwerken sowie anderen Unternehmen des Energiesektors ausgegeben, teilte das Zentrum für investigative Journalismus BiH mit, berichtet die bosnisch-herzegowinische Nachrichtenagentur Patria.
Ein Großteil des Geldes floss in Bergbaumechanismen, Treibstoff und elektrische Energie, aber ein Teil des Geldes floss auch in Alkohol, Trockenfleisch und Süßwaren.
Diese Daten stammen aus dem Amtsblatt von Bosnien und Herzegowina, in dem die meisten öffentlichen Ausschreibungen, die im offenen und im Verhandlungsverfahren mit Datenveröffentlichung durchgeführt wurden, veröffentlicht werden, aber die Veröffentlichung von Ausschreibungen, die beispielsweise im Rahmen von wettbewerbsorientierten Anfragen oder Direktvereinbarungen durchgeführt wurden, ist nicht obligatorisch. Die Daten wurden von Journalisten des Zentrums für investigative Journalismus verarbeitet und in einer leicht durchsuchbaren Datenbank veröffentlicht.
Am meisten Geld – etwas mehr als eine Milliarde KM – gab „Elektroprivreda Bosne i Hercegovine“ zusammen mit ihren Tochtergesellschaften – Bergwerken und Wärmekraftwerken – aus. „Elektroprivreda Republike Srpske“ gab zusammen mit ihren Bergwerken und Wärmekraftwerken etwas weniger als 733 Millionen KM aus. „Elektroprivreda Hrvatske zajednice Herceg Bosne“ gab im genannten Zeitraum 425,5 Millionen KM aus und kaufte unter anderem elektrische Energie, da dieses Unternehmen nicht über genügend eigene Produktion verfügt.
In viereinhalb Jahren wurden über 7.000 Verträge abgeschlossen, und die meisten Aufträge erhielten die Firmen: „Elnos BL“ und „Nestro Petrol“ aus Banja Luka, „Treasure“ aus Zenica und „Termoelektro“ aus Brčko. Auf der anderen Seite hatten einige Unternehmen eine geringere Anzahl von Verträgen, aber diese waren angesichts des erzielten Preises wertvoller, wie im Fall von „Rudnap“ aus Banja Luka. Dieses Unternehmen erzielte auf der Grundlage von zwei Verträgen einen Umsatz von 212,2 Millionen KM und arbeitete mit „Elektroprivreda HZHB“ zusammen.
Die meisten Gelder im Energiesektor erhielten Firmen aus Sarajevo und Banja Luka. Danach folgen Städte, in denen sich Energieanlagen und Bergwerke befinden oder in deren Umgebung sie liegen: Mostar, Zenica, Tuzla, Bijeljina, Gacko, Lukavac.
Die Analyse der gesammelten Daten zeigt, dass öffentliche Energieunternehmen in Wahljahren deutlich mehr Geld über öffentliche Ausschreibungen ausgeben. So wurden beispielsweise im Jahr 2012, als die Kommunalwahlen stattfanden, 640,8 Millionen Mark ausgegeben, im darauffolgenden Jahr 388,8 Millionen KM. Ein Jahr später, als die Parlamentswahlen stattfanden, wurden 524,3 Millionen KM ausgegeben.
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