Israelische Polizei reist nach Belgrad: Vučićs Berater soll befragt werden

Patria
AutorPatria
15:43
Podijeli:
Israelische Polizei reist nach Belgrad: Vučićs Berater soll befragt werden

(Patria) - Ermittler der israelischen Polizei-Schwerverbrechens-Einheit Lahav 433 reisen diese Woche nach Serbien, um Yisrael Einhorn, den ehemaligen hochrangigen Berater von Premierminister Benjamin Netanjahu, im Zusammenhang mit der „Qatargate“-Affäre und dem Durchsickern vertraulicher Dokumente aus dem Büro des israelischen Premierministers zu befragen, schreiben israelische Medien.
Einhorn, der seit letztem Jahr in Belgrad lebt und als Berater des serbischen Präsidenten Aleksandar Vučić tätig ist, ist seit Beginn der Ermittlungen wegen des Durchsickerns von Geheimdienstinformationen nicht mehr nach Israel zurückgekehrt.

Er wird zusammen mit dem ehemaligen Berater des Premierministers, Jonatan Urih, und dem ehemaligen Sprecher Eli Feldstein, verdächtigt, vertrauliche Dokumente der israelischen Armee (IDF) gestohlen zu haben, von denen mindestens eines in der deutschen Tageszeitung Bild gelandet ist. Alle drei werden auch im Rahmen der „Qatargate“-Affäre untersucht.

Die Ermittler wollen Einhorn auch zu seinem Engagement in Werbeangelegenheiten für Katar über die PR-Agentur Perception befragen, die er zusammen mit Urih leitete. Die beiden sollen laut israelischen Medien die Pro-Katar-Kampagne vor der Fußball-Weltmeisterschaft 2022 in Doha angeführt und versucht haben, das Golfemirat in einem positiven Licht darzustellen. Dieses Engagement überschneidet sich zeitlich mit dem Beginn des untersuchten Zeitraums.

Einhorn hatte zuvor versucht, eine Vereinbarung mit der israelischen Staatsanwaltschaft zu erzielen, die ihm eine Rückkehr ins Land ohne Verhaftung ermöglicht hätte, berichtet der öffentlich-rechtliche Sender Kan, aber diese Verhandlungen sind gescheitert. Er schlug dann vor, in Serbien befragt zu werden, aber die Staatsanwaltschaft lehnte diese Möglichkeit zunächst ab und bevorzugte seine freiwillige Rückkehr oder die Einleitung eines Auslieferungsverfahrens.

Nachdem sich die Haltung der israelischen Staatsanwaltschaft geändert hatte, wurde beschlossen, dass die Ermittler doch nach Serbien reisen und die Befragung vor Ort durchführen würden, berichtet The Times of Israel.

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