
(Patria) - Anlässlich des Internationalen Tages der Menschenrechte am 10. Dezember und des Internationalen Tages der Migranten am 18. Dezember präsentiert das Goethe-Institut vom 8. Dezember 2023 bis zum 21. Januar 2024 die Ausstellung "Leben in Bewegung" mit 64 Fotografien des jungen Fotojournalisten Armin Durgut, die das Leben von Flüchtlingen entlang der Balkanroute dokumentieren.
Bei der Eröffnung der Ausstellung am 8. Dezember um 19:00 Uhr findet eine Podiumsdiskussion mit Armin Durgut, dem pakistanischen Musiker Nouriez Javed - Nur, Ferida Abdagić von KUMA International, der Sozialarbeiterin Goga Lovrić vom Ušivak-Camp und der Journalistin Vanja Stokić statt, moderiert von Claudia Zini. Anschließend präsentiert die BalkanEros Band & Travelers das Album "Musik in meinem Koffer".
Über die Ausstellung:
Wie das Leben von Flüchtlingen oder Migranten in Bosnien und Herzegowina aussieht, ist eine Frage, über die die meisten von uns nicht nachdenken, es sei denn, wir sind direkt betroffen. In den lokalen Medien wird über Migranten entweder gar nicht berichtet oder es geschieht auf negative und oberflächliche Weise. Meist handelt es sich um statistische Daten und nicht um die menschlichen Schicksale, die hinter diesen Zahlen stecken. Das Gesicht des Migranten als Metonymie seines Schicksals bleibt unbekannt. Ein großer Teil der Gesellschaft in Bosnien und Herzegowina – und nicht nur hier – zeigt rücksichtslose Gleichgültigkeit gegenüber dem Schicksal von Menschen, die vor Krieg und Armut fliehen und danach streben, in Sicherheit und Wohlstand zu leben und Teil unseres Alltags zu werden.
Armin Durgut richtet das Objektiv seiner Kamera gegen die Perspektivlosigkeit und seine Aufmerksamkeit auf das isolierte Individuum – das Individuum, das in seinem migrantischen Alltag "gefangen" ist. Indem er sich fotografisch auf das Individuum und sein Schicksal konzentriert, wird die Grausamkeit dessen, was wir in den Medien sehen, gebrochen, und es entsteht eine "menschliche Geschichte" – eine Bedeutung, die uns generell vorenthalten wird. Durguts klare, direkte und unmissverständliche Fotojournalismus untergräbt die Schweigen und das Nichthandeln in den Medien, der Politik und der Gesellschaft von Grund auf. Der Kern von Durguts fotografischem Ansatz liegt in seinem Bedürfnis, den Betrachter zu zwingen, sich zu engagieren und ihn zu einer emotionalen Reaktion zu bewegen.
Armin Durgut, geboren 1995 in Zenica, entdeckte während seiner Schulzeit die Fotografie als Mittel des objektiven Beobachters, der das Gesehene ohne "Schönfärberei" festhält und wiedergibt. Mit seinem unverwechselbaren visuellen Ausdruck richtet Durgut seinen fotografischen Sinn hauptsächlich auf die Dokumentation seiner unmittelbaren Umgebung und verleiht seinem Fotojournalismus einen unverfälschten Naturalismus. Indem er authentische Szenen menschlicher Schicksale und Tragödien festhält, schließt sich Durgut der Gruppe junger Fotojournalisten an, die mit ihren direkten und authentischen Aufnahmen dem weit verbreiteten Phänomen der bearbeiteten Fotografie entgegentreten. In seinem Werk hebt er oft die Ästhetik der sozialen Gerechtigkeit hervor und zeigt das komplexe Narrativ unserer Realität. Die Welt, die in seinen Fotografien erscheint, ist eine Welt des Leidens, des Schmerzes und des Unglücks, eine Welt des Kampfes, eine Welt, die sich keine Szenen falscher Freude und Zufriedenheit leisten kann.
Beim Konzert der BalkanEros Band & Travelers wird das Album "Musik in meinem Koffer" vorgestellt, das im Sommer 2023 in Zusammenarbeit mit Migranten aus dem Camp Ušivak entstanden ist. Das Projekt wurde von der Organisation KUMA International in Zusammenarbeit mit CRS realisiert und finanziert. Das Konzert ist mehr als nur ein musikalisches Ereignis; es dient als kraftvolle Botschaft, die die Bedeutung von Verständnis und Unterstützung zwischen Menschen unterschiedlicher Herkunft hervorhebt. Das Publikum begibt sich auf eine Reise entlang der "Migrantenroute", die einen einzigartigen Einblick in die Erfahrungen der Menschen bietet, die in Bosnien und Herzegowina ankommen.
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