Aus der Republika Srpska keine Reaktionen auf die Tschetniks in Višegrad

Patria
AutorPatria
11:13
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Aus der Republika Srpska keine Reaktionen auf die Tschetniks in Višegrad

(Patria) - Auf die Zusammenkunft der Tschetniks in Višegrad aus der Republika Srpska, einem Entität in Bosnien und Herzegowina, reagierten nur wenige Journalisten und zivile Aktivisten.

Der Präsident der SNSD und Vorsitzende des Staatspräsidiums von BiH, Milorad Dodik, äußerte sich nicht zur Aufstellung der Tschetniks in Višegrad, während auch die Oppositionspolitiker aus diesem Entität ausblieben.

Kolumnist Dragan Bursać kritisiert in seinem Text „Es wird wieder Hölle und die blutige Drina geben“ die Aufstellung der Tschetniks in Ostbosnien, während der Blogger Srđan Puhalo zynisch schreibt, dass die Aufstellung der Tschetniks in Višegrad ein Performance sei, „um Bosniaken zu erschrecken, Kroaten zu veräppeln und ausländische Investitionen anzuziehen.“

Angehörige der Ravna Gora Tschetnik-Bewegung in Višegrad begingen am Sonntag den Jahrestag der Verhaftung des Tschetnik-Generals und Kriegsverbrechers aus dem Zweiten Weltkrieg, Dragoljub Draža Mihailović. Die Tschetniks stellten sich am Sonntagmorgen im Zentrum von Višegrad auf, von wo aus das Lied „Es wird wieder Hölle und die blutige Drina geben, hier kommen die Tschetniks von den serbischen Bergen.“ zu hören war. 

Der Sprecher der SNSD, Radovan Kovačević, verurteilte auf Twitter die Aufstellung der Tschetniks in Višegrad, nannte jedoch das Entität Republika Srpska einen Staat. 

„Unabhängig von allen Nuancen kann ich nicht umhin zu schreiben, dass ich mich für die Tatsache schäme, dass sich in meinem Staat, der Republika Srpska, irgendwelche Tschetniks aufstellen“, schrieb Kovačević.

Der Historiker Milivoj Bešlin aus Novi Sad sagte der Agentur Patria, dass es in der Republika Srpska keine Opposition im Sinne eines ideologischen Konzepts gebe und dass auch die politischen Parteien außerhalb von Dodiks SNSD Werte pflegten, die Dodik selbst pflege.

Die amerikanische und die britische Botschaft in BiH reagierten und forderten die Institutionen auf, „die notwendigen Schritte zu unternehmen, sich mit diesen Bedrohungen zu befassen und die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen.“ Verurteilungen wegen der Verbreitung von interethnischer Hass kamen auch vom OHR und der OSCE, sowie von zahlreichen politischen Parteien aus der Föderation BiH.

Auf dem offiziellen Twitter-Account des OHR wurde veröffentlicht, dass das OHR die beschämenden Ereignisse in Višegrad verurteilt. Sie forderten die zuständigen Institutionen auf, die Verantwortlichen für Hassreden zu untersuchen und entsprechende Maßnahmen gegen sie zu ergreifen. „Die Ereignisse in Višegrad haben keinen Platz in der bosnisch-herzegowinischen Gesellschaft, Versöhnung ist der einzige Weg in die Zukunft“, hieß es in der Mitteilung des OHR.

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