
Von: Amina Čorbo-Zećo
Die Disziplinaranwaltschaft des VSTV hat Klage gegen den Staatsanwalt Oleg Čavka eingereicht. Čavka wird wegen der ungesetzlichen Führung der Ermittlungen im Fall „Diplom“ und der ungesetzlichen Befragung der Journalistin Azra Omerović vom Žurnal vorgeworfen.
Die Disziplinarklage wurde dem Hohen Justiz- und Rat der Bosnien und Herzegowina (VSTV) zugestellt, und in den kommenden Tagen soll eine Disziplinarkommission gebildet werden, die diesen Fall prüfen wird. Laut Informationen von Žurnal wird Oleg Čavka angeklagt, weil er eigenmächtig und ohne formale Anordnung zur Durchführung von Ermittlungen begonnen hat, zu untersuchen, wie der Direktor des bosnisch-herzegowinischen Nachrichtendienstes Osman Mehmedagić seinen Universitätsabschluss erworben hat.
Für Patria wurde aus dem Parlament von BiH bestätigt, dass Čavka alle notwendigen Dokumente von der Gemeinsamen Kommission zur Überwachung der Arbeit der OSA angefordert hat, und die gesamte Unprinzipialität und politische Gefügigkeit der Justiz spiegelt sich in diesem Fall wider.
Wie sehr die Partei der Demokratischen Aktion (SDA) daran interessiert ist, dass Osman Mehmedagić an der Spitze der OSA bleibt, obwohl sein Mandat bereits letztes Jahr abgelaufen ist und die Geschichte der gefälschten Diplomarbeit noch immer nicht geklärt ist, zeigt, wie wenig dieser Partei am Staat liegt. Schließlich liegt es doch in ihrem Interesse, dass die Sache abgeschlossen wird und Mehmedagić ein legitimer Direktor der wichtigsten Sicherheitsbehörde wird, oder wissen sie im Voraus, wie die Ermittlungsergebnisse ausfallen würden.
Warum legt man Wert auf Formalitäten, wenn, wohlgemerkt, das Diplom des Direktors der Sicherheitsinformationsagentur fraglich ist!? Ich frage mich, wie lange die CIA-Direktorin Gina Haspel in dieser Position bleiben würde, wenn eine ähnliche Geschichte aufkommen würde. Ich habe dies zu ehrgeizig verglichen, aber nur aus dem Grund, weil sich SDA-Kadern in der Öffentlichkeit gerne damit rühmen, dass Osmica ein amerikanischer Mann sei. So verleihen sie ihm Legitimität.
Aber wo liegt das größte Problem. Čavka stand bereits früher unter Ermittlungen, und das mehrfach. Aber angesichts der Tatsache, dass er Staatsanwalt geblieben ist, ist die gegenwärtige Absicht, dass dies in Zukunft nicht der Fall sein wird, klar ersichtlich, und der Grund ist offensichtlich. Er hat etwas berührt, was er nicht hätte berühren dürfen.
Bisher haben sich die politischen Machthaber nicht sehr interessiert, da Čavka mit seiner (Nicht-)Arbeit nur einfachen Bürgern geschadet hat. Wir werden einige Beispiele anführen.
Die Anzeige gegen Čavka bezieht sich auf die Affäre der angeblichen Rekrutierung von Salafisten in BiH durch kroatische Geheimdienstler, bei der Čavka der zuständige Staatsanwalt war. Einige Medien in der Föderation BiH schrieben darüber, dass die Disziplinaranwaltschaft des VSTV BiH Ermittlungen und ein Disziplinarverfahren gegen Čavka eingeleitet habe.
Čavka stand bereits früher unter Ermittlungen, nachdem er die E-Mail des damaligen Chefanklägers der Staatsanwaltschaft von BiH, Milorad Barašin, gehackt hatte. Damals wurde er mit einer sechsmonatigen Gehaltskürzung bestraft.
Die Disziplinaranwaltschaft forderte Čavkas Suspendierung auch Anfang 2017 wegen des Verdachts auf Amtsmissbrauch im Fall „Džoker“, in dem er angeblich eine geringere Gefängnisstrafe für den Angeklagten Zoran Popović erwirkt hat. Die Disziplinarkommission des VSTV lehnte diesen Antrag ab.
Sollte der Fall Kemal Čaušević und der Fall Pandora erwähnt werden. Damals passte Čavka ihnen. Pandora wurde als größter Korruptionsfall bezeichnet, und der Schaden für den Haushalt von BiH belief sich auf fast zwei Milliarden Mark.
Im Fall Pandora handelt es sich um eine große Affäre und einen fragwürdigen Import, an dem der damalige Direktor der UIO und die Chefs der Regierungsparteien SDA, HDZ und SNSD beteiligt waren. Milorad Dodik, Nikola Špirić, Dragan Čović, der verstorbene Sulejman Tihić waren ebenfalls in die Ermittlungen einbezogen.
Der Staat wurde um über eine Milliarde Mark geschädigt, aber durch Druck und Intervention bei ihren Leuten wurde die Untersuchung verwässert und alles in zwei Teile aufgeteilt. Politische Akteure wurden ausgenommen, und Kemal Čaušević wird des Amtsmissbrauchs und der Machtüberschreitung, aber für einen geringen Betrag, beschuldigt. Alles andere bleibt liegen.
Čavka arbeitete an Fällen politischer Morde, und bis heute gibt es eine Reihe ungelöster Fälle, die die bosnisch-herzegowinische Gesellschaft belasten. Aber die Aufregung entstand erst jetzt, als der Verdacht aufkam, dass die Wahrheit über Osmica ans Licht kommen könnte.
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