
Schreibt: Rasim Belko
Wieder ist Bajram im April. Abgesehen davon, dass jeder Bajram der glücklichste Tag der Muslime ist, ist er für bosnische Muslime (Bosniaken) auch ein TAG DER ERINNERUNG. Denn Bosniaken dürfen niemals den Kurban-Bajram im April 1992 vergessen. An diesem Bajram begann das Vergießen bosniakischen Blutes, um dieses Volk islamischen Glaubens gemäß dem faschistischen Diktat der Schöpfer des serbisch-kroatischen Aggressors aus diesen Gebieten zu vertreiben. Seit diesem Tag sind die Bajramfeste in vielen muslimischen Häusern leer. Manche Häuser gibt es nicht mehr. Es gibt auch keine Familien mehr. Im Ansturm des Faschismus unter der Flagge des Hegemonismus wurden Bosniaken auf jedem Zentimeter Bosnien und Herzegowinas wahllos, aber organisiert und geplant getötet. Und egal wie sehr Bosniaken der Anweisung folgen und die Vergebung anstreben wollen, ich glaube, kein Bosniake sollte den Bajrammorgen erleben, ohne vorher jede Ecke seines Hauses überprüft zu haben und sich von der Abwesenheit von Bedrohung überzeugt zu haben.
Dodik ist der politische Erbe von Karadžić
Und egal wie sehr andere oder wir uns selbst davon überzeugen, dass wir jetzt frei und in Frieden sind, wir dürfen nicht vergessen, dass auch sie an Bajram 1992 genauso glaubten. Deshalb muss jeder Bosniake heute schlafen, feiern und immer wachsam leben.
Dass dies notwendig ist, zeigt das für heute angekündigte Treffen in Banja Luka, wo sich frühere und jetzige Ausführende der großserbischen Projekte um dieselbe Idee versammeln werden – die serbische Welt. Oder um das, was sie einst Großserbien nannten, weshalb die Schöpfer ihrer Politiken und der Entität RS international verurteilte ethnische Säuberungen, Vergewaltigungen, Völkermord, Stadtsäuberungen und Kultursäuberungen begangen haben.
Milorad Dodik, der politische Erbe von Radovan Karadžić, wird heute in der Stadt an der Vrbas serbischen Politikern die Unabhängigkeit der Entität Republika Srpska innerhalb Bosnien und Herzegowinas anbieten.
„Ich werde ein Dokument vorschlagen, das darauf abzielt, sich um ein notwendiges Maß an Unabhängigkeit der RS innerhalb von BiH zu vereinen. Das ist die Form, die wir im Dayton-Abkommen hatten. Mein Vorschlag wird darauf abzielen, alle Akte abzulehnen, die ergangen sind und die nicht in der Verfassung vorgesehen sind“, sagte Dodik.
Und natürlich lügt er, denn keine Unabhängigkeit der RS existiert in Dayton. Sie existierte weder davor noch danach. Diese Unabhängigkeit existiert nur in den Plänen der SANU, also Belgrads, und den in diesen Plänen geschaffenen Politiken, für die Dodik derzeit der Ausführende ist.
Notwendige Wachsamkeit
Die Kontinuität der Staatlichkeit, der territorialen Integrität und der Souveränität Bosnien und Herzegowinas ist durch Dayton garantiert und schließt an sich jede Form der Unabhängigkeit von Entitäten als unterstaatliche Arrangements wie Entitäten und Kantone aus.
Dodik weiß, dass das, was er heute, an Bajram, anbieten wird, keine Lösung ist, aber er ist sich bewusst, dass, wenn das, was er anbietet, Realität wird, an die er die pro-bosniakische und internationale Politik im Laufe der Zeit gewöhnen wird, bald auch die Zeit kommen kann, in der er die faktische Unabhängigkeit von Bosnien und Herzegowina erklären wird.
Deshalb dürfen Bosniaken, insbesondere ihre politischen Führer, heute nicht vom Bajram-Jubel berauscht sein. Auch kein Bosniake darf sich von der infiltrierten, selbstmörderischen Phrase „lass es nicht knallen“ einlullen lassen. Aber es knallt, an allen Ecken und Enden.
Nur diejenigen, die sich in das Herz dessen zurückgezogen haben, was Bosniaken, ein Teil der Serben und Kroaten, insgesamt Bosnier und Herzegowiner in den neunziger Jahren verteidigt haben, sind sicher. Denn nur im Herzen der Hauptstadt Bosnien und Herzegowinas glaubt man an die Möglichkeit einer Einigung mit Milorad Dodik. Nur wer dieses Land nicht kennt, glaubt, dass Dodik jemand sein kann, der sich zum Besseren wandelt, zum Wohle aller. Aber sie sind weit von der Wahrheit entfernt, und Dodik wird sie heute alle widerlegen.
Diejenigen, die seit den neunziger Jahren wissen, wie die Politik war, damals die von Karadžić, heute die von Dodik, müssen bereit sein. Keine Unabhängigkeit der RS, innere Souveränität oder Sezession sind denkbar. Darüber wird NICHT verhandelt.
Deshalb müssen die Akteure der bosnischen/bosniakischen Politik auf eine schnelle und blitzschnelle Reaktion vorbereitet sein. Diese Reaktion erfordert, dass sie nach dem Bajrammorgen eine politische Offensive starten, nicht gegen Dodik, sondern gegen die Vertreter der internationalen Gemeinschaft. Dodiks Dokument ist eine Ouvertüre zur Teilung des Landes, also eine Ouvertüre zum Krieg, und wenn die internationale Gemeinschaft wirklich den Frieden in Bosnien und auf dem Balkan bewahren will, dann müssen ihre EUFOR-Truppen bereit sein, Milorad Dodik unmittelbar nach der Veröffentlichung seines Dokuments zu verhaften.
Sollte die internationale Gemeinschaft dies jedoch nicht tun, und wir erleben seit Jahren ihre Passivität, muss die pro-bosniakische/bosniakische Politik bereit sein, morgen, am Tag der Märtyrer (derer, die dieses Land verteidigt haben), sich um die Idee der Abschaffung von Dayton und der Rückkehr zur Verfassung der Republik Bosnien und Herzegowina zu versammeln.
Verhaftung Dodiks oder Rückkehr zur Republik BiH
Dodik ist tief in seinen Sezessionismus eingetreten. Er will und kann nicht zurück und hat sich deshalb entschieden, den Weg der Grenzverschiebung zu gehen, in der Hoffnung, dass sich alle im Laufe der Zeit daran gewöhnen und die Realität akzeptieren. Manche haben es getan, und das ist die Gefahr. Deshalb müssen sich von Bihać bis Goražde, und besonders in Sarajevo, PATRIOTISCHE politische Kräfte versammeln und eine klare Botschaft senden, dass die Kräfte, die Bosnien und Herzegowina über alles lieben, bereit sind, sich zur Verteidigung aufzustellen.
Abschließend, anstelle eines Schlusswortes, teile ich noch einmal die Botschaft aus dem Text von Professor Išerić: „Die Wächter Bosniens werden es mit ihrem Leben verteidigen, wenn es nötig ist. Und sie werden es verteidigen. Aber wenn es zu einem solchen Szenario kommt, Gott bewahre, wird es keine Dayton-Abkommen mehr geben, die Lösungen aufzwingen, die gegen das Völkerrecht und demokratische Standards verstoßen und die das Funktionieren des Staates und seiner Institutionen verhindern.“
Und ich füge hinzu: Wenn Dodik es wagt und die internationale Gemeinschaft in ihrer Unentschlossenheit stecken bleibt, müssen die bosnischen/bosniakischen Kräfte mutig und bereit sein, Bosnien und Herzegowina zur Verfassung der Republik zurückzubringen, denn das ist offensichtlich die Voraussetzung dafür, dass dieses Land vorankommt.
Möge euer Bajram Šerif Mubarek Olsun sein, aber wir dürfen nicht zu viel feiern, damit wir nicht trauern, wie an Bajram '92.
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