
(Patria) - Lange hat kein politischer Besuch in Zagreb so viel Aufruhr, Aufregung, diametral unterschiedliche Kommentare und Kontroversen ausgelöst wie der jüngste Besuch des serbischen Mitglieds des Staatspräsidiums von Bosnien und Herzegowina, Milorad Dodik, jedoch in der Eigenschaft als “Führer der Serben”, schreibt die Jutarnji list.
Der Soziologe Ivan Markešić ist direkt und seiner Meinung nach ist Milanovićs Einladung an Dodik “eine Unverschämtheit, wie man sie seit längerer Zeit nicht mehr erlebt hat”. Professor Markešić warnt, dass Dodik das heutige Kroatien für das Ustascha-Verbrechen in Jasenovac beschuldigt, alles tut, um Bosnien und Herzegowina zu teilen und die Republika Srpska an Serbien anzuschließen.
“Andererseits ist Plenkovićs Geschwafel über den Schutz einiger kroatischer Häuser entlang der Trasse der künftigen Autobahn durch die RS Ausdruck schamloser menschlicher Heuchelei gegenüber den bosnischen Kroaten. Zudem vergessen sowohl Milanović als auch Plenković, dass die Kroaten, die noch in Bosnien und Herzegowina übrig sind, vermischt mit Bosniaken leben. Mit einer solchen Politik werden sie auch diese bald ‘human’ in die ostherzegowinischen Ödländer oder irgendwo in die Einöden kroatischer Gebiete unter besonderer staatlicher Fürsorge umsiedeln, um die Orte zu besiedeln, aus denen die kroatischen Serben - freiwillig oder gezwungen (egal) - weggegangen sind. Auch bei der Umsiedlung bosnischer Kroaten aus Gebieten, die mehrheitlich von Bosniaken bewohnt werden, werden sowohl Milanović als auch Plenković Gesprächspartner bei bosniakischen Politikern finden”, sagte Markešić gegenüber der Jutarnji.
Die Jutarnji führt an, dass Kroatien volle 15 Jahre lang, während die Präsidenten Stipe Mesić und dann Ivo Josipović waren, Distanz zu Dodik hielt und versuchte, gute Beziehungen zu probosnischen Politikern zu pflegen.
"Und dann kam Kolinda Grabar-Kitarović. Im Sommer 2016 bereitete man auf dem Pantovčak eine neue politische Plattform gegenüber Bosnien und Herzegowina vor. Im Kern enthielt die von der damaligen Präsidentin gestartete Initiative zwei Aspekte: Stärkung der Position der Kroaten in Bosnien und Herzegowina, und im Gegenzug sollte Kroatien dem Nachbarstaat beim Verlassen der internationalen Isolation und der Beschleunigung des Weges in die EU helfen. Alles jedoch erstarb aufgrund des Sturzes der Regierung von Tihomir Orešković und des Wahlkampfs. Noch früher hatte Grabar-Kitarović, unmittelbar nach ihrem Amtsantritt als Präsidentin, heftige Empörung ausgelöst, als sie für Bosnien und Herzegowina ankündigte, eine Aufwertung des Dayton-Friedensabkommens zu fordern, sowie dass sie die Gleichberechtigung des kroatischen Volkes in Bosnien und Herzegowina verlange, da es bedroht sei", führen die Autoren Robert Bajruši und Vlado Vurušić aus.
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