
Die internationale Gemeinschaft hat erneut ihre doppelten Standards gegenüber Bosnien und Herzegowina gezeigt, schreibt die Nachrichtenagentur Patria.
Am Dienstag begannen die Verhandlungen über die Anpassung des Stabilisierungs- und Assoziierungsabkommens zwischen der EU und Bosnien und Herzegowina im Bereich des Handels. Die EU verlangt, dass Bosnien und Herzegowina die Zölle auf Importe aus Kroatien sowie aus den anderen 27 EU-Mitgliedstaaten abschafft. Analysten bewerten dies in erster Linie als Rettung der angeschlagenen kroatischen Wirtschaft auf Kosten Bosnien und Herzegowinas. Dies würde teilweise die kroatische Wirtschaft retten, aber mit Sicherheit die Unternehmer aus Bosnien und Herzegowina ruinieren.
Die unfairen Forderungen gegenüber Bosnien und Herzegowina rechtfertigen Kroatien und der Rest der EU mit dem internationalen Recht auf Freihandel und dem Wunsch Bosnien und Herzegowinas, eines Tages EU-Mitglied zu werden. Es sollte jedoch darauf hingewiesen werden, dass Kroatien bis zu diesem Zeitpunkt ebenfalls ein sehr wichtiges internationales Recht nicht eingehalten hat, nämlich Bosnien und Herzegowina das Eigentum zurückzugeben, das nach dem Zerfall des ehemaligen Jugoslawiens in Kroatien verblieben ist.
Der Experte für Staatseigentum Muharem Cero sagt gegenüber Patria, dass Kroatien Bosnien und Herzegowina immer noch nicht das Eigentum zurückgegeben habe, dessen Wert auf mehrere hundert Millionen KM geschätzt wird.
Kroatien, als jüngstes EU-Mitglied, hat das Eigentum Bosnien und Herzegowinas nicht zurückgegeben, obwohl es sich dazu im Abkommen über Nachfolgefragen verpflichtet hatte, das am 29. Juni 2001 in Wien unterzeichnet wurde. Das Abkommen über Nachfolgefragen wurde im Namen Bosnien und Herzegowinas von Zlatko Lagumdžija unterzeichnet, im Namen Serbiens, bzw. des damaligen Jugoslawiens, von Goran Svilanović, im Namen Sloweniens von Dimitrij Rupel, im Namen Mazedoniens von Nikola Todorčevski, während im Namen Kroatiens der kroatische Diplomat Tonino Picula seine Unterschrift setzte.
Picula, derzeit Abgeordneter im Europäischen Parlament, diktiert Bosnien und Herzegowina die Verhaltensregeln, wenn BiH Teil der Europäischen Union werden will.
Ein Exemplar wurde beim Generalsekretär der Vereinten Nationen hinterlegt, der als Verwahrer fungiert, schreibt die Agentur Patria. (aa)
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