
Es kann und darf im kroatischen Parlament nicht über die Errichtung eines dritten Entität in Bosnien und Herzegowina gesprochen werden, einem Staat, der unabhängig und souverän ist, und deshalb habe ich diese Debatte unterbrochen, sagte Nedžad Hodžić, Abgeordneter im Parlament der Republik Kroatien, in einem exklusiven Interview mit der bosnisch-herzegowinischen Nachrichtenagentur Patria (NAP).
Hodžić führte in der vergangenen Woche als Vertreter der bosniakischen Minderheit im höchsten Gesetzgebungsorgan Kroatiens eine heftige Debatte mit zahlreichen Parlamentariern der linken und rechten Opposition, die einen dritten kroatischen Entität in Bosnien und Herzegowina forderten.
In einer Erklärung für NAP sagte Hodžić, er sei etwas enttäuscht, dass er aus Bosnien und Herzegowina keine Unterstützung für diese Bemühungen erhalten habe und keine Kontakte zur Politik seiner Heimat habe. Hodžić warnt, dass, während Zagreb keinen klaren Standpunkt zum dritten Entität hat, die Opposition von HDZ Kroatien und rechts davon offen einen dritten Entität befordert, „als zweiter Schritt, und dann auch ein dritter Schritt, über den ich überhaupt nicht sprechen möchte“.
- Im kroatischen Parlament darf nicht über einen dritten Entität gesprochen werden. Ich habe als jemand reagiert, für den Bosnien und Herzegowina das Heimatland ist. Man kann nicht auf diese Weise über einen souveränen Staat sprechen. Deshalb habe ich eine Sitzungsunterbrechung beantragt und diese Debatte gestoppt, das liegt außerhalb des Erlaubten, insbesondere da uns die Geschichte von negativen Erfahrungen mit Debatten über die Grenzen von Bosnien und Herzegowina außerhalb seiner Grenzen erzählt - sagte Hodžić für NAP.
Niemand, betonte er, nehme den kroatischen Politikern und Parlamentariern das Recht, über Probleme zu sprechen, die Kroaten in Bosnien und Herzegowina haben oder nicht haben, aber nicht auf diese Weise.
- Ich bin von den Kollegen aus dem linken Spektrum enttäuscht, die so gesprochen haben, aber der Parlamentspräsident sagte mir auch, dass er der Meinung sei, es sei kein Problem, darüber zu sprechen, aber ich denke, es ist ein Problem. Kroatien hatte während des Krieges eine Politik gegenüber Bosnien und Herzegowina, die nicht freundschaftlich war, und deshalb hat sich Präsident Ivo Josipović entschuldigt und deshalb hat Milanović die Kroaten in Bosnien und Herzegowina nach Sarajevo und nicht nach Zagreb verwiesen - sagte Hodžić.
Seiner Meinung nach ist Premierminister Zoran Milanović ein Freund von Bosnien und Herzegowina und sein Besuch in Mostar zu Beginn der Unruhen hatte einige negative Konnotationen in den Medien, aber Hodžić sagte, er sei ein wahrer Freund von Bosnien und Herzegowina und habe nicht die Absicht gehabt, politische Botschaften in dieser Richtung zu senden.
- Diese Grenze wurde überschritten und ich habe eine Sitzungsunterbrechung gefordert. Ich werde Bosnien und Herzegowina im kroatischen Parlament weiter verteidigen, denn die Bürger von Bosnien und Herzegowina verdienen nur Aufmerksamkeit und Hilfe, und keineswegs solche Debatten. Wenn über die Umstrukturierung von Bosnien und Herzegowina gesprochen wird, dann muss das gesamte Territorium von Bosnien und Herzegowina auf die Tagesordnung gesetzt werden. Kroaten sind die Mehrheit in Herzegowina und waren es auch in Posavina. Aber jetzt kann man mit der Republika Srpska nicht einmal über einen Millimeter Territorium sprechen, und in der FBiH wird eine Transformation gefordert - sagte Hodžić.
Hodžić sprach über die Haltung der kroatischen Politik zu den Forderungen nach einem dritten Entität und sagte, dass die regierende linke Koalition viel transparenter sei und einen funktionsfähigen Staat wolle.
- Aber vom Zentrum nach rechts, von HDZ nach rechts, da ist die Politik ziemlich abgeneigt gegenüber Bosnien und Herzegowina als Land gleichberechtigter Völker und Bürger, dort gibt es noch die Meinung, dass im zweiten Schritt ein Entität und dann auch ein dritter Schritt folgen soll - warnt Hodžić.
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