
(Patria) - Am Rande der bolivianischen Stadt Uyuni, inmitten einer trockenen und fast wüstenähnlichen Landschaft, befindet sich ein ungewöhnlicher Ort, der wie eine Szene aus einem postapokalyptischen Film aussieht – ein Zugfriedhof, bekannt als Cementerio de Trenes.
Verstreut in der Wüste stehen rostige Waggons und Lokomotiven, Überreste des einstigen Eisenbahn-Booms Boliviens, schreibt Punkufer.
Heute zieht dieser Ort Reisende und Fotografen aus aller Welt an und ist oft die erste Station vor der Abfahrt zum spektakulären Salar de Uyuni – der größten Salzwüste der Welt, die sich über 10.000 Quadratkilometer erstreckt.
Ende des 19. Jahrhunderts war Uyuni ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt für Eisenbahnlinien in Südamerika, hauptsächlich wegen der Entwicklung der Bergbauindustrie. Doch dessen Niedergang in den 1940er Jahren stoppte die weitere Entwicklung, und die Züge, meist aus Großbritannien importiert, blieben am Stadtrand liegen.
Anstatt sie zu zerlegen und als Altmetall zu verkaufen, ließ die lokale Bevölkerung sie einfach dem Verfall preis, der Gnade der Zeit ausgeliefert.
Mit der Zeit hinterließ die raue Klimazone ihre Spuren. Salzhaltige Winde von den nahegelegenen Salzfeldern nagten am Metall, und heute sind nur noch rostige, entblößte Konstruktionen übrig, die einen fast unwirklichen Anblick bieten.
Am einfachsten erreicht man diesen ungewöhnlichen Ort mit organisierten Touren zum Salar de Uyuni. Der Besuch dauert normalerweise etwa eine Stunde, was ausreicht, um ihn zu erkunden und zu fotografieren, aber auch, um den interessanten Geschichten der lokalen Führer zu lauschen.
Der Zugfriedhof ist besonders am frühen Morgen attraktiv, wenn das sanfte Licht die Texturen des rostigen Metalls zusätzlich betont.
Der Salar de Uyuni hat je nach Jahreszeit zwei unterschiedliche Gesichter, beide auf ihre Weise interessant. In der Trockenzeit, von Mai bis November, sind die Temperaturen niedriger und der Boden verfestigt sich, sodass Besucher Bereiche erreichen können, die während der Regenzeit nicht zugänglich sind.
Von Juni bis August ist Hochsaison, daher sind Ausflüge etwas teurer. Die Regenzeit von Dezember bis April ist ein besonderes Erlebnis, da sie den Besuchern ermöglicht, einen atemberaubenden Anblick zu genießen.
Die sich dann ansammelnde Wasserschicht verwandelt diese flache, weiße Fläche in einen himmlischen Spiegel, in dem sich der Himmel perfekt spiegelt, sodass es aussieht, als würden sich Himmel und Erde genau an dieser Stelle verbinden. Dies ist ein Anblick, den viele Fotografen, ob professionell oder amateurhaft, festhalten möchten.
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