
(Patria) - Vor genau einem Jahr wurde im Einsatz der Staatsanwaltschaft BiH „Tunnel 2“ der damalige Sicherheitsminister BiH Nenad Nešić und mehrere andere Personen festgenommen. Mit ihm wurden damals auch Mirko Pandurević, Generaldirektor von „Romanijaputevi“, Srđan Mijatović, Exekutivdirektor für wirtschaftlich-finanzielle Angelegenheiten bei „Putevi Republike Srpske“, Mladen Lučić, als Direktor der Firma „Legend“, die mit „Putevi RS“ Geschäfte machte, sowie Milan Dakić festgenommen.
Nešić wird verdächtigt der Straftat der kriminellen Vereinigung gemäß Artikel 249 StGB BiH, des Missbrauchs der Dienststellung oder Befugnisse (Art. 315 StGB RS) und der Bestechlichkeit (Art. 319 StGB RS), ebenso wie Lučić, während Dakić des Missbrauchs der Dienststellung und der Bestechlichkeit verdächtigt wird.
Nach einem Jahr hat die Staatsanwaltschaft BiH, bzw. die zuständige Staatsanwältin Bojana Jolović, in diesem Fall noch keine Anklage erhoben.
Nenad Nešić verbrachte fast fünf Monate in Untersuchungshaft und reichte im Januar seinen Rücktritt als Sicherheitsminister BiH ein.
Das Gericht von Bosnien und Herzegowina hat im Oktober dieses Jahres im Fall Esad Avdić und andere eine Entscheidung erlassen, mit der der Antrag der Verteidigung des Beschuldigten vom 29. September angenommen wurde, dem die Staatsanwaltschaft BiH zugestimmt hatte, und zwar in der Weise, dass für den Beschuldigten Nenad Nešić die angebotene Kaution in Höhe von 1.370.000 KM akzeptiert und die Verbotsmaßnahmen aufgehoben werden.
„Die Maßnahme des Reiseverbots und die Maßnahme der obligatorischen regelmäßigen Meldung bei einer staatlichen Behörde wurden aufgehoben, während die Kontrolle der Notwendigkeit der weiteren Dauer der verbleibenden angeordneten Maßnahme des Verbots der Kontaktaufnahme mit bestimmten Personen, die für den Beschuldigten Nenad Nešić weiterhin besteht, in dem mit der letzten Kontrollentscheidung über die Verbotsmaßnahmen des Gerichts BiH festgelegten Zeitraum durchgeführt wird“, teilte das Gericht BiH mit.
Der Beschuldigte wurde insbesondere darauf hingewiesen, dass die angenommene Kaution aufgehoben und für den Beschuldigten Untersuchungshaft angeordnet wird, falls er einer Vorladung des Gerichts oder der Staatsanwaltschaft nicht Folge leistet und sein Fernbleiben nicht rechtfertigt oder falls ein anderer gesetzlicher Haftgrund gegen ihn vorliegt.
„Die angeordnete Maßnahme zur Sicherung der Anwesenheit kann bis zum rechtskräftigen Abschluss des Strafverfahrens oder bis zu einer anderslautenden Entscheidung des Gerichts dauern“, heißt es in der Mitteilung weiter.
In der am 28. Dezember 2024 abgehaltenen Verhandlung erklärte Staatsanwältin Jolović, dass dem Beschuldigten Mirko Pandurević zufolge Nešić jährlich 250.000 KM erhalten habe, was über vier Jahre eine Summe von einer Million KM ergebe.
Übrigens, wie die Staatsanwaltschaft im Antrag auf Anordnung von Untersuchungshaft begründete, wurde das Geld aus dem öffentlichen Unternehmen Putevi RS, dessen Direktor Nešić war, abgezogen, indem Pandurević, Direktor von Romanijaputevi, den Auftrag für die Straßeninstandhaltung erhielt.
Die Staatsanwältin behauptet, und dies hätten auch die besonderen Ermittlungsmaßnahmen der Telekommunikationsüberwachung gezeigt, dass Nešićs Helfer Mladen Lučić gewesen sei, der, wie behauptet wird, Bestechungsgelder in Höhe von 185.000 KM angenommen habe.
In einem Gespräch von Pandurević, das er in seinem Büro führte, sagt er:
„Nešić hat alles über Lučić Legend organisiert. Meine Aufgabe ist es zu zahlen, und sie regeln den Rest weiter“, verlas Staatsanwältin Jolović.
Jolović kündigte damals an, dass mehr als 20 Zeugen sowie verantwortliche Personen bei Putevi RS befragt werden, wobei eine große Anzahl von Personen erfasst werde. Doch nach einem Jahr gibt es in diesem Fall noch immer keine Anklage, und es ist auch nicht bekannt, wer letztendlich von der Anklage erfasst wird.
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