Forum der Jugend: Bürgeridentität als Notwendigkeit, nicht als Alternative

Patria
AutorPatria
18:25
Podijeli:
Forum der Jugend: Bürgeridentität als Notwendigkeit, nicht als Alternative

(Patria) - Das Forum der Jugend von Krug 99 hielt eine Pressekonferenz und eine Sitzung zum Thema „Bürgeridentität in Bosnien und Herzegowina – Alternative oder unmögliche Mission?“ ab, auf der offen über die aktuellen gesellschaftspolitischen Herausforderungen im Land diskutiert wurde, mit besonderem Schwerpunkt auf der langjährigen Dominanz ethnischer Spaltungen, die die politische und gesellschaftliche Realität von BiH weiterhin stark prägen.

Die Teilnehmer warnten, dass ein solcher Rahmen junge Menschen zunehmend entmutige, ihr Vertrauen in die Institutionen untergrabe und die Perspektive, im Land zu bleiben, verringere.

Anis Demir, Mitglied des Forums der Jugend von Krug 99, hob hervor, dass ethnische Spaltungen einer der Schlüsselfaktoren für die Abwanderung junger Menschen aus Bosnien und Herzegowina seien. Seiner Meinung nach würden junge Menschen zunehmend als Instrument politischer Eliten benutzt, während dieselben Spaltungen zur Mobilisierung des Wählerpotenzials instrumentalisiert würden, ohne eine wirkliche Perspektive für die Zukunft zu schaffen.

Er betonte, dass Vielfalt zwar historische Bedeutung habe, aber in der politischen Arbeit nicht angemessen vertreten sei. Gleichzeitig blieben junge Menschen unzureichend einbezogen, während ein Narrativ der Intoleranz dominiere, das, wie er sagte, das bestehende System aufrechterhalte, in dem politische Macht von Akteuren gehalten werde, die diese Intoleranz auch produzierten. Deshalb sei, wie er betonte, die Stärkung der Bildung über die Bürgeridentität entscheidend, um Raum für gesellschaftliche Veränderungen zu schaffen.

Prof. für Verfassungsrecht Šukrija Bakšić bewertete, dass das Konzept der Bürgerschaft die vollständige Individualisierung jedes Einzelnen ermögliche und den besten Rahmen für den Schutz und die Verwirklichung von Menschenrechten, insbesondere des Rechts auf politische Partizipation, darstelle. Er betonte, dass die Entwicklung des bürgerlichen Konzepts, obwohl anspruchsvoll und langfristig, keine Alternative für die demokratische Zukunft Bosniens und Herzegowinas sei.

Muhamed Hamzić, Vorsitzender des Forums der Jugend von Krug 99, erinnerte daran, dass ohne die Bejahung des Prinzips der bürgerlichen Gleichheit jedes politische System partiell und unvollständig bleibe. Er hob hervor, dass die Bürgeridentität nicht die Negation kollektiver Identitäten bedeute, sondern deren Integration in einen breiteren Rahmen, in dem individuelle Rechte Vorrang hätten. Ein solcher Ansatz, wie er darlegte, ermögliche die Bewahrung der Identitätsvielfalt, sichere aber auch die Gleichheit aller Bürger, was eine notwendige Voraussetzung für eine stabile und funktionale demokratische Gesellschaft sei.

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