
Der Streit zwischen Kenan Sarač und den Behörden von Foča dauert bereits mehrere Jahre. Die lokalen Behörden haben sein baufälliges Haus an einem attraktiven Standort im Stadtzentrum abgerissen, auf einem Teil seines Grundstücks wird nun ein neues Wohngebäude entstehen, und Sarač wird dafür keinerlei Entschädigung erhalten.
- Ich habe verlangt, dass man mir eine Entschädigung gewährt, mir Geld auszahlt oder mir eine Wohnung in dem Gebäude gibt, das auf einem Teil meines Grundstücks gebaut werden soll, aber die Behörden haben dies abgelehnt – sagte Sarač gegenüber der bosnisch-herzegowinischen Nachrichtenagentur Patria.
- Sie bieten mir an, dass ich auf dem verbleibenden Teil meines Grundstücks auf eigene Kosten ein kleineres Gebäude errichten kann – fügte Sarač hinzu.
Aber, sagt er, das sei keine Gegenleistung. Die Behörden in Foča geben ihm etwas, das ihm ohnehin zusteht.
Experten, die sich mit dem Schutz bosniakischer Rückkehrer in der bosnisch-herzegowinischen Entität Republika Srpska befassen, sagen, dass Saračs Fall nur eine Fortsetzung der ethnischen Säuberung der Bosniaken aus der RS sei, die leider nicht der einzige sei.
Während der Aggression gegen Bosnien und Herzegowina von 1992 bis 1995 wurde die gesamte bosniakische Bevölkerung aus dem Gebiet von Foča vertrieben, und ihre Häuser wurden zerstört oder beschlagnahmt. Das Forschungs- und Dokumentationszentrum veröffentlichte, dass 2.805 Personen während der Vertreibung der bosniakischen Bevölkerung aus Foča von 1992 bis 1995 verschwunden oder hingerichtet wurden.
Das Haager Tribunal verurteilte wegen der Verbrechen in Foča an der bosniakischen Bevölkerung die Verbrecher Dragoljub Kunarac, Radomir Kovač, Zoran Vuković, Milorad Krnojelac und Dragan Zelenović zu mehrjährigen Haftstrafen.
Wegen der Verbrechen in Foča verurteilte das Gericht von Bosnien und Herzegowina die Verbrecher Radovan Stanković, Neđo Samardžić und Gojko Janković. Vor den nationalen und internationalen Gerichten für die Verbrechen in Foča an den Bosniaken wird gegen weitere fünfzehn ehemalige Angehörige der Armee der Republika Srpska verhandelt.
Neben seinem eigenen Haus, das während der letzten Konflikte in Bosnien und Herzegowina zerstört wurde und Sarač zusammen mit der übrigen bosniakischen Bevölkerung aus Foča vertrieben wurde, ist er jetzt Untermieter in Sarajevo, wo er mit seiner minderjährigen Tochter lebt.
Er sagt, er habe versucht, sich mit den lokalen Behörden in Foča zu einigen, sei aber im gesamten Fall manipuliert worden. Zuvor hatte er seine Zustimmung gegeben, dass die Behörden von Foča sein baufälliges Gebäude entfernen und auf einem Teil seines attraktiven Grundstücks ein Gebäude errichten können, verlangte aber im Gegenzug eine Entschädigung. Die Entschädigung blieb jedoch aus, die Sarač auch nach mehreren Jahren des Rechtsstreits nicht erhalten kann.
Sarač erklärt gegenüber Patria, dass er Schutz an mehreren Adressen in Bosnien und Herzegowina sowie beim Bürgerbeauftragten für Menschenrechte gesucht habe, das Problem aber noch nicht lösen konnte. Geld für einen weiteren Rechtsstreit mit den Behörden in Foča habe er nicht.
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