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Kann Stille so stark sein, dass sie die Ohren mehr zerreißt als jeder Schrei? Kann Stille schmerzen, die Seele in kleine Stücke brechen mehr als ein ausgesprochenes beleidigendes Wort? Ja!
Die Stille, die gestern Abend während der Premiere des Dokumentarfilms "Vergewaltigung im Krieg – unsichtbare Narben" im Saal des Sarajevoer BKC herrschte, war furchtbar.
Und erst die Männerträne. Man sagt, sie sei schwerer als die einer Frau. Stipe konnte sie nicht zurückhalten. Er war erst 14 Jahre alt. Im Jahr 1992 kam er aus dem Institut für Sonderpädagogik und Erziehung von Kindern Mjedenica in Sarajevo zu seiner Mutter nach Kalinovik. Das Kind stammt aus einer gemischten Ehe.
Blutrünstige fielen über ihn her. Obwohl sie sahen, dass er krank war, ein Kind. Sie missbrauchten ihn sexuell.
Als er gestern Abend den Film ansah, in dem auch er durch Kalinovik geht und die Orte zeigt, an denen die Verbrecher an ihm ihre Wut ausließen, weinte er erneut. Er weinte während der gesamten Vorführung. Eine Frau mittleren Alters, die neben ihm saß, beruhigte ihn.
Stille, Schluchzen, Seufzer... und das 66 Minuten lang. Atemlos verfolgten mehrere hundert Menschen im Saal, darunter viele Gäste aus der Türkei, Frauen und Männer, die Vergewaltigungen überlebt haben. Sie sahen sie auf der großen Leinwand, aber auch vor sich... sie traten hervor und stellten sich vor die Menschen. Zum ersten Mal in ihrem Leben zeigten sie sich öffentlich.
Ihre Geschichten lassen einem das Blut in den Adern gefrieren.
Zum ersten Mal sprachen auch Männer über die „Schande, die sie heimgesucht hat“. Brčko, Kalinovik, Vogošća, Zvornik, Bileća, Miljevina, Kiseljak.... 66 Minuten voller Schrecken, die diese Menschen erlebt haben. Die Traumata, die in ihren Seelen geblieben sind, sind für das Auge unsichtbar. Aber sie schmerzen. Sie zerreißen die Seele. Genau wie die Stille, die gestern Abend im Saal des BKC herrschte.
Huseinović: Ich bin mir noch immer nicht bewusst, was die Menschen gesagt haben
Der Autor des Films, der in Zusammenarbeit mit dem Verband der Lagerinsassen in Bosnien und Herzegowina gedreht wurde, ist Avdo Huseinović.
-Der Film wird für die gesamte Region schockierend sein. Wir haben ein Jahr daran gearbeitet und ihn vor 20 Tagen fertiggestellt. Ich kann einige Dinge noch immer nicht begreifen. Ich bin mir noch immer nicht all dessen bewusst, was die Menschen gesagt haben, sagte Huseinović.
Mešković: 25.000 Personen vergewaltigt
Der Vorsitzende des Verbandes der Lagerinsassen in Bosnien und Herzegowina, Jasmin Mešković, erinnerte daran, dass während der Aggression gegen Bosnien und Herzegowina 25.000 Frauen, Mädchen, Kleinkinder, Greisinnen, Jungen, Männer und Greise vergewaltigt wurden.
-Die Vergewaltigten haben endlich gesprochen, ihre Seele geöffnet. Es ist nicht die Schande der vergewaltigten Personen, es ist die Schande der Organisatoren und Täter, betonte Mešković.
Viele öffentliche Persönlichkeiten im Publikum
Neben ehemaligen Lagerinsassen, Bürgern Sarajevos und Gästen aus der Türkei wohnten der Premiere auch zahlreiche öffentliche Persönlichkeiten bei: Jovan Divjak, Abdulah Sidran, Ejup Ganić, Naser Orić, Amor Mašović, Avdo Hebib, Jasmin Odobašić, Šemsudin Mehmedović, Ferid Buljubašić, Ćamil Duraković....
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