EU-Kommission will Migrantenzentrum in Velika Kladuša nicht finanzieren

Patria
AutorPatria
16:17
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EU-Kommission will Migrantenzentrum in Velika Kladuša nicht finanzieren

SARAJEVO, (Patria) - Die Europäische Kommission hat die Finanzierung der Einrichtung eines Zentrums für die Unterbringung illegaler Migranten bei Velika Kladuša in Bosnien und Herzegowina abgelehnt, da sie den Standort für zu nahe an der Grenze zu Kroatien, bzw. der EU hält, und befürchtet, dies könnte Migranten dazu anregen, ihren Weg in die westlichen EU-Staaten fortzusetzen, sagte der Sicherheitsminister Bosnien und Herzegowinas, Dragan Mektić, nach einer Sitzung des operativen Stabs für Migration.

Er sagte auf einer Pressekonferenz, dass diese Information von der EU-Delegation in Sarajevo stamme. Er meint, es gehe darum, die Migranten innerhalb von Bosnien und Herzegowina weiter von den Grenzen entfernt unterzubringen, damit sie nicht in Richtung EU-Staaten gehen.

- Es werden keine Flüchtlingslager in Bosnien und Herzegowina errichtet. Wir sind Opfer der Migrantenkrise und tragen ihre Folgen - sagte Mektić und fügte hinzu, dass man die Einrichtung von Flüchtlingslagern, in denen Migranten in Bosnien und Herzegowina „feststecken" würden, nicht zulassen könne.

Er meint, das wäre verheerend für Bosnien und Herzegowina. Die Unterbringung von Migranten in Velika Kladuša sei für ihn kein Problem, und die bosnischen Behörden hätten bereits beschlossen, das Flüchtlingszentrum in der Kaserne Ušivak bei Sarajevo und im Gebiet des Una-Sana-Kantons, bzw. in einer der verlassenen Anlagen von Agrokomerc bei Velika Kladuša, gerade mit Mitteln aus EU-Fonds instand zu setzen.

Vorerst wird Bosnien und Herzegowina sie finanzieren, so gut es kann. Er bestätigte, dass es auf europäischer Ebene noch immer keine gemeinsame Lösung in Bezug auf die Migrantenkrise gibt.

Minister Mektić gab an, dass die Schätzung zufolge derzeit 3.000 Migranten in Bosnien und Herzegowina sind, und seit Jahresbeginn 7.128 ins Land eingereist sind. 662 von ihnen haben einen Asylantrag gestellt, aufgrund des Rückübernahmeabkommens wurden 318 Migranten aus Kroatien aufgenommen, und 575 an die Staaten übergeben, aus denen sie nach Bosnien und Herzegowina eingereist sind.

Der größte Migrationsdruck herrscht derzeit im Gebiet von Zvornik an der Grenze zu Serbien.

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