
(Patria) - Der ehemalige Präsident Montenegros und langjährige Vorsitzende der Demokratischen Partei der Sozialisten (DPS), Milo Đukanović, hat sich anlässlich des 29. Jahrestages des Völkermords in und um Srebrenica geäußert.
„Es ist der 29. Jahrestag des Völkermords in Srebrenica, des größten Leids nach dem Zweiten Weltkrieg in Europa. Anlass, um erneut den Schatten der mehr als achttausend Opfer zu ehren und unser aufrichtiges Mitgefühl für alle auszudrücken, die in diesem wahnsinnigen Verbrechen ihre Liebsten verloren haben“, sagte Đukanović auf der Social-Media-Plattform X.
Dies sei, so der ehemalige montenegrinische Präsident, eine schreckliche Warnung, dass die Auseinandersetzung mit der Wahrheit und der Verantwortung der einzige Weg in eine sicherere Zukunft sei.
„Ebenso, dass die Leugnung dieses Völkermords in den Abgrund und in den unhaltbaren Revisionismus großstaatlicher Ideologien und Politiken führt, die dazu geführt haben und die in dieser Region immer wieder auferstehen“, betonte Đukanović.
Er merkt an, dass der 11. Juli heute zum ersten Mal nach der kürzlichen Annahme der UN-Resolution als Internationaler Gedenktag für den Völkermord in Srebrenica begangen wird.
„Dies ist eine wichtige Entscheidung der internationalen Gemeinschaft, eine Botschaft, dass die Hauptakteure dieses Verbrechens sich ihrer Rolle in der jüngsten Vergangenheit stellen müssen. Allein dieser Akt hat leider gezeigt, wie sehr der Ruf und die Stärke der UN beschädigt sind. In der Sitzung der Generalversammlung waren viele Staaten nicht bereit, die Entscheidung eines von den UN gegründeten Gerichts zu bestätigen, das das Verbrechen von Srebrenica bereits vor 17 Jahren als Völkermord eingestuft hat“, unterstrich Đukanović.
Er hebt auch hervor, dass dies zeige, welchen Autorität die aktuelle Politik des Westens heute habe.
„Solange die Mehrheit der UN-Mitglieder das Verbrechen von Srebrenica leugnet, sich enthält, zögert und keine Bereitschaft zeigt, es beim richtigen Namen zu nennen und zu verurteilen, gibt es keine Hoffnung für eine bessere Zukunft der Region, aber auch keinen ruhigen Gewissens für die Großen und Mächtigen, deren Politik von tagespolitischen Interessen geleitet wird und in faulen Kompromissen verstrickt ist.
Daher liegt die größte Verantwortung gerade bei uns, die wir in dieser Region leben, uns selbst und der Welt zu zeigen, dass wir bereit und fähig sind, Verantwortung zu übernehmen und die tragischen Fehler der jüngsten Vergangenheit anzuerkennen.
Dies wird Hoffnung für eine sicherere Perspektive für die heutigen und kommenden Generationen eröffnen“, schloss Đukanović.
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