
(Patria) - Auf der morgigen Dringlichkeitssitzung des Hauses des Volkes des Parlaments von Bosnien und Herzegowina steht nur ein Tagesordnungspunkt auf der Agenda: der Antrag des Ministerrats von Bosnien und Herzegowina zur Prüfung des Gesetzesentwurfs zur Beschränkung der Vermögensverfügung zur Verhinderung von Terrorismus, Terrorismusfinanzierung und Finanzierung der Verbreitung von Massenvernichtungswaffen im beschleunigten Verfahren.
Die Verabschiedung dieses Gesetzes ist der einzige Weg für Bosnien und Herzegowina, seine internationalen Verpflichtungen gegenüber den UN im Bereich der Terrorismusfinanzierung und der Verbreitung von Massenvernichtungswaffen zu erfüllen und die wichtigsten Empfehlungen von MONEYVAL umzusetzen, heißt es in der Begründung des Innenministeriums von Bosnien und Herzegowina, das dieses Gesetz ausgearbeitet hat.
MONEYVAL ist ein Gremium des Europarates, das bewertet, wie erfolgreich Staaten die Geldwäsche, Terrorismusfinanzierung und die Finanzierung der Verbreitung von Massenvernichtungswaffen verhindern. Die Ergebnisse ihrer Bewertungen wirken sich direkt auf die internationale Reputation und die wirtschaftliche Stellung des Landes aus. Im Bewertungsverfahren ist es am wichtigsten, dass ein Staat über einen klaren Rechtsrahmen, funktionierende Institutionen und ein System verfügt, das ein schnelles Handeln ermöglicht. MONEYVAL hat den Behörden in Bosnien und Herzegowina in seinem letzten Bericht von 2024 eine Frist zur Verabschiedung der erforderlichen Gesetze gesetzt.
Sollte Bosnien und Herzegowina auf der grauen Liste der FATF landen, verliert es die Kontrolle über das Tempo der Reformen, sieht sich Reputations- und Finanzrisiken sowie zusätzlichen internationalen Maßnahmen ausgesetzt, die sich direkt auf den Finanzsektor auswirken.
Wie in der Begründung angegeben, die die Delegierten in den Unterlagen erhalten haben, ist dieses Gesetz auch aufgrund der internationalen rechtlichen Verpflichtungen Bosnien und Herzegowinas gegenüber den Vereinten Nationen und der Europäischen Union unerlässlich.
„Bosnien und Herzegowina ist verpflichtet, die Resolutionen des UN-Sicherheitsrates umzusetzen, die auf der Grundlage von Kapitel VII der Charta der Vereinten Nationen erlassen wurden und bindenden Charakter haben und die Beschränkung der Vermögenswerte von Personen und Entitäten verbieten, die mit Terrorismus, Terrorismusfinanzierung und der Verbreitung von Massenvernichtungswaffen in Verbindung stehen. Das neue Gesetz ermöglicht es Bosnien und Herzegowina erstmals, die UN-Listen zur Terrorismusfinanzierung und zur Verbreitung von Massenvernichtungswaffen konsequent anzuwenden. Das Gesetz ermöglicht auch die klare Identifizierung, Sperrung und Überwachung von Vermögenswerten und garantiert, dass internationale Maßnahmen unverzüglich umgesetzt werden“, heißt es in der Begründung.
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