
(Patria) – Der Vorsitzende der SNSD, Milorad Dodik, erklärte während seines Besuchs in Israel, er werde vorschlagen, die Sarajevo-Haggada, die im Nationalmuseum von Bosnien und Herzegowina aufbewahrt wird, nach Israel zurückzugeben.
Während genau die Politik der SNSD die Finanzierung von sieben für den Staat bedeutenden Institutionen nicht zulässt, hindert dies Dodik nicht daran, zu versuchen, eines der wertvollsten Exponate des Nationalmuseums von Bosnien und Herzegowina zu entwenden.
Dieser Versuch muss sofort sowohl vom Nationalmuseum von Bosnien und Herzegowina als auch unter Einspruch der jüdischen Gemeinde in Bosnien und Herzegowina sowie von der Politik vereitelt werden, die nicht zulassen darf, dass die Haggada jemals wieder in diesen Kontext gebracht wird.
Das Nationalmuseum kaufte die Sarajevo-Haggada 1894 von der sephardischen Familie Koen aus Sarajevo für 150 Kronen. Aus Sarajevo wurde sie zur Analyse nach Wien geschickt, von wo sie nach einigen Jahren mit gewissen Umwegen zurückgebracht wurde. Getreu ihrem eigenen Schicksal findet die Sarajevo-Haggada auch in der Museumssammlung keine dauerhafte Ruhe. In den ersten Tagen nach dem Einmarsch der deutschen Streitkräfte in Sarajevo im Jahr 1941 forderten die deutschen Behörden vom damaligen Direktor Joza Petrović die Herausgabe des bereits gut bekannten Lederkodex. Petrović gelang es mit Hilfe des Kurators Derviš Korkut unter enormem Risiko eines solchen Vorgehens, dieser Forderung auszuweichen, und die Haggada wurde an einen sichereren Ort gebracht, glaubwürdigen Aussagen zufolge in eine Moschee in einem der muslimischen Dörfer auf dem Berg Bjelašnica, wo sie das Ende des Zweiten Weltkriegs erlebte.
Der nächste Entfremdungsversuch ereignete sich in den 1950er Jahren, als erneut Mitarbeiter des Nationalmuseums von Bosnien und Herzegowina einen Diebstahl verhinderten. Hoffentlich wurde dieses wertvolle Manuskript zuletzt zu Beginn der Belagerung Sarajevos 1992 gefährdet, als sich das Nationalmuseum von Bosnien und Herzegowina an der vordersten Verteidigungslinie der Stadt befand und schwere Zerstörungen erlitt, von denen es sich bis heute nicht vollständig erholt hat. Die Sarajevo-Haggada wird in einem besonders gesicherten Bereich unter genau definierten Bedingungen ausgestellt und ist der breiten Kulturgemeinschaft zugänglich.
Die dargelegten Tatsachen über die Sarajevo-Haggada, sowohl die durch Analysen und Forschungen gewonnenen als auch die uns durch kurze Notizen auf ihren Seiten und durch die sie jahrzehntelang begleitenden Überlieferungen bekannten, machen dieses Buch zu einer unschätzbaren Quelle für die Erforschung der kulturellen Vergangenheit der Juden auf ihrer jahrhundertelangen Suche nach einer Heimat und zu einem lebendigen Zeugen der Offenheit einer Gesellschaft und Umgebung, in der die Angst vor dem Andersartigen nie eine unheilbare Krankheit war, heißt es in der Veröffentlichung auf der Seite des Nationalmuseums von Bosnien und Herzegowina.
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