
(Patria) - Eine Spezialeinheit der belgischen Bundespolizei hat vor einer Woche den 36-jährigen Zagreber T.Š., einen diplomierten Wirtschaftswissenschaftler, der in Kroatien mehrere Firmen leitete, wegen des Verdachts festgenommen, gemeinsam mit mehreren anderen Personen verschiedener Staatsangehörigkeiten eine Lieferung von 2,7 Tonnen Kokain in das Land gebracht zu haben.
Bei der Razzia in einem Lagerhaus war das Kokain in Jutesäcke verpackt, die gerade aus einem Container entladen worden waren, der zuvor am Terminal des Hafens von Antwerpen übernommen worden war.
T.Š. leitete Firmen in Kroatien
Die Droge wurde beschlagnahmt, und alle Festgenommenen, etwa zwanzig, wurden in Untersuchungshaft genommen; die dortige Staatsanwaltschaft leitete Ermittlungen gegen sie ein.
Es handelt sich um die größte einzelne Kokainbeschlagnahme, die je einem kroatischen Staatsbürger zur Last gelegt wurde. Zusammen mit T.Š. wurden Staatsbürger Belgiens, der Niederlande, Armeniens, Lettlands, Marokkos und der Ukraine festgenommen. Die belgische Polizei gab natürlich nicht bekannt, unter welchen Umständen diese bunte Gesellschaft zusammenkam.
Nach Informationen, die die dortige Polizei veröffentlichte, wurde der verdächtige Container entdeckt, als er sich noch im Hafen von Antwerpen befand, und die Polizisten warteten darauf, wer ihn abholen würde.
Nachdem der Container zu einem Lagerhaus transportiert worden war, umstellte die Polizei es und drang dann in den frühen Morgenstunden des vergangenen Montags in das Lagerhaus ein, wo sie beim Entladen der Droge insgesamt elf Männer und einen Minderjährigen vorfand, darunter auch T.Š.
Die kroatische Polizei wurde, wie die Jutarnji list inoffiziell erfährt, von ihren belgischen Kollegen über die Festnahme von T.Š. informiert, doch die Jutarnji konnte nicht in Erfahrung bringen, ob auch die kroatische Polizei in die Aktion involviert war, die zur Beschlagnahme führte.
Übrigens ist T.Š. eine Person, die in Kroatien nie straf- oder ordnungswidrig verfolgt wurde, sondern mehrere kleinere Firmen leitete oder besaß und sich in jungen Jahren erfolgreich im Hallenfußball betätigte und an mehreren Turnieren teilnahm.
Übrigens haben die belgischen Behörden allein im vergangenen Jahr 110 Tonnen Kokain beschlagnahmt, das hauptsächlich über den Hafen von Antwerpen kam.
Balkan-Kartell in Spanien mit mehr als zwei Tonnen Kokain gefasst
Fast zeitgleich wurden im spanischen Hafen Vigo 2,3 Tonnen Kokain beschlagnahmt. Die dortige Polizei fand in Zusammenarbeit mit der US-amerikanischen Drogenbekämpfungsbehörde DEA das Kokain, das in einem Fischerboot versteckt war. Fünf Personen wurden festgenommen, und nach Angaben der Polizei gehört die Droge dem sogenannten Balkan-Kartell.
Die Polizei fing das mit Kokain beladene Schiff etwa 40 Seemeilen vor Vigo ab und nahm vier Besatzungsmitglieder an Bord fest, später auch einen weiteren Mann, der die Fracht begleitete. Er floh nach Madrid, wurde aber schließlich in einem Hotel aufgespürt und festgenommen.
Die Polizei durchsuchte auch eine Wohnung in La Coruña, wo sie ein Luxusauto und rund 200.000 Euro beschlagnahmte.
Die spanische Polizei gab an, dass die Schmuggler die Droge mit Containerschiffen transportierten und sie später auf kleinere Boote umluden. Es wurde festgestellt, dass das Balkan-Kartell beabsichtigte, spanische Häfen als Transitpunkt für den Transport von Kokain aus Südamerika zu nutzen.
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