
Der Politikwissenschaftler Adnan Huskić sagte gegenüber der bosnisch-herzegowinischen Nachrichtenagentur Patria, dass er nichts Schlechtes an der Depolitisierung des Präsidiums von BiH sehe, zu der vor einigen Tagen der unabhängige Kandidat für das Präsidium von BiH, Dr. Mustafa Cerić, eine Initiative gestartet habe.
Im Gegenteil, sagt Huskić, sei die Depolitisierung des Präsidentenamtes in normalen, geordneten europäischen Ländern längst als wirksames Modell erprobt. Und nicht nur das Präsidium, auch auf lokaler, kommunaler Ebene, so sagt er, sollte die Depolitisierung stattfinden.
- In diesem Fall sollten politische Parteien auf lokaler Ebene nicht auftreten – sagt er.
Leider, erklärt Huskić weiter, sei die Depolitisierung dieser wichtigen Institutionen in Bosnien und Herzegowina noch lange nicht umsetzbar. Das Präsidium von BiH sei kein System, das auf Depolitisierung ausgerichtet sei, sondern ein System, das auf einer strikten Gewaltenteilung zwischen drei ethnischen Gruppen beruhe.
Als Beispiel für eine wirksame Depolitisierung des Präsidiums nannte Huskić das Beispiel des Nachbarlandes Kroatien, bzw. dessen Präsidenten Ivo Josipović. Josipović sei, so Huskić, als Kandidat der SDP zum Präsidenten Kroatiens gewählt worden, aber als er dieses Amt übernahm, sei er zu einem moderierenden Faktor in der kroatischen Politik zwischen allen politischen Parteien geworden.
- Der Präsident sollte gerade der Korrektiv der Politik eines Landes sein – sagte Huskić, schreibt Patria.
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