
(Patria) - Eine Delegation der Nationalen Verteidigungsuniversität Pakistans (National Defence University – NDU) besuchte heute, am 9. Mai 2025, die Internationale Universität in Sarajevo.
Die Delegation wurde von Brigadegeneral Bakhti Baidar Wali Lone von den Streitkräften der Islamischen Republik Pakistan angeführt.
Die Gastgeber des Besuchs waren der Prorektor der IUS, Tarik Namas, und Dozent Dr. Hamza Preljević, Koordinator des Studiengangs Politikwissenschaft und Internationale Beziehungen und Direktor des Zentrums für Balkanstudien.
In seiner Begrüßungsrede drückte Dr. Preljević seine aufrichtige Dankbarkeit gegenüber Pakistan aus und erinnerte an dessen beständige Unterstützung für Bosnien und Herzegowina während und nach dem Krieg in den 1990er Jahren.
„Pakistan nimmt als brüderliches Land einen besonderen Platz in unseren Herzen ein. Wir werden die Unterstützung, die Sie Bosnien und seinen Bürgern in unseren schwierigsten Momenten zuteilwerden ließen, niemals vergessen“, sagte er.
Bei der Moderation der Sitzung zog Dr. Preljević auch Parallelen zwischen den geopolitischen Herausforderungen, denen sich beide Länder gegenübersehen, verurteilte die Aggression gegen Pakistan und hob die gemeinsame Erfahrung der Bewältigung externer Drucks trotz der Bemühungen um die Normalisierung der regionalen Beziehungen hervor.
In seinem Vortrag gab er einen kurzen historischen Überblick über den Weg Bosnien und Herzegowinas nach dem Krieg und erinnerte an den zerstörerischen Krieg, der nach der Unabhängigkeitserklärung und dem Beitritt zu den Vereinten Nationen im Jahr 1992 folgte. Er betonte die während des Krieges begangenen Kriegsverbrechen und die Herausforderungen, die sich aus der äußerst komplexen und dezentralen politischen Struktur ergeben, die durch das Daytoner Friedensabkommen geschaffen wurde. Bezüglich der außenpolitischen Prioritäten Bosnien und Herzegowinas hob Dr. Preljević die Bedeutung der NATO-Mitgliedschaft hervor und betonte, dass „sie dringend benötigte Sicherheitsgarantien in einem fragilen und unvorhersehbaren regionalen Kontext bietet“.
Die akademische Präsentation wurde mit einer Reihe von Fachvorträgen von IUS-Professoren fortgesetzt, die tiefere Einblicke in die innen- und außenpolitischen Herausforderungen Bosnien und Herzegowinas boten.
Prof. Dr. Mirsad Karić gab einen detaillierten Überblick über das politische und verfassungsrechtliche System Bosnien und Herzegowinas und hob die Komplexität und die Herausforderungen der aktuellen institutionellen Struktur hervor. Er erklärte, wie das Daytoner Friedensabkommen eine dezentrale Struktur geschaffen hat, die aus zwei Entitäten, zehn Kantonen und dem Distrikt Brčko besteht. Karić wies auf die Schwierigkeiten hin, die ein solches System für eine effektive Regierungsführung, Entscheidungsfindung und Umsetzung von Reformen mit sich bringt. Er sprach auch über die Rolle des Verfassungsgerichts und die häufigen politischen Blockaden, die durch ethno-nationale Vetos verursacht werden und die euro-atlantische Integration des Landes behindern.

Dozent Dr. Mirza Ljubović konzentrierte sich auf die Frage der Sezession und die umstrittene Natur des Selbstbestimmungsrechts im verfassungsrechtlichen Rahmen Bosnien und Herzegowinas. Er analysierte kritisch die rechtlichen und politischen Auswirkungen sezessionistischer Rhetorik, insbesondere derjenigen aus der Republika Srpska. Ljubović betonte, dass ein solcher Diskurs eine Bedrohung für die Souveränität und territoriale Integrität des Landes darstellt und den Geist des Daytoner Abkommens untergräbt. Er wies auch auf die Spannung zwischen internationalen Rechtsnormen und nationalem Verfassungsrecht bei der Auslegung des Selbstbestimmungsrechts in Postkonfliktstaaten hin.
Dozent Dr. Jahja Muhasilović analysierte den breiteren geopolitischen Kontext des Westbalkans mit besonderem Schwerpunkt auf dem wachsenden Einfluss Russlands und Chinas in der Region. Er erklärte, wie beide Mächte wirtschaftliche Instrumente, Soft Power und politische Narrative nutzen, um ihre Präsenz auszuweiten und die westlichen Integrationsprozesse zu untergraben. Muhasilović betonte, dass Bosnien und Herzegowina aufgrund seiner inneren Fragmentierung und schwachen Institutionen besonders anfällig für ausländische Einflüsse ist. Er hob die Notwendigkeit einer stärkeren strategischen Ausrichtung mit der NATO und der EU hervor, um destabilisierenden Einflüssen entgegenzuwirken und die Stabilität der Region zu wahren, sowie die Notwendigkeit, eine multivektorielle Außenpolitik von BiH aufzubauen, was unweigerlich auch stärkere Beziehungen zum befreundeten Pakistan bedeutet, das sich während der Aggression gegen unser Land als Freund erwiesen hat.
Prof. Dr. Mehmed Ganić gab einen Überblick über die wirtschaftliche Situation Bosnien und Herzegowinas und sprach über seine strukturellen Schwächen, aber auch über Bereiche mit Wachstumspotenzial. Er ging auf die hohe Arbeitslosigkeit, den stagnierenden Arbeitsmarkt und den Brain-Drain ein, die die langfristige Entwicklung des Landes beeinträchtigen. Ganić wies auch auf Sektoren mit vielversprechenden Aussichten hin, darunter Tourismus, Energie und digitale Innovationen. Er betonte die Bedeutung der Stärkung der wirtschaftlichen Widerstandsfähigkeit und der Schaffung von Bedingungen für eine nachhaltige Entwicklung, insbesondere angesichts der sicherheitspolitischen und politischen Unsicherheiten in der Region.
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