
(Patria) - Der Premierminister der Republika Srpska, Radovan Višković, hat nach einem Treffen mit dem Leiter der Delegation der Europäischen Union/Sondergesandten der Europäischen Union in Bosnien und Herzegowina, Johann Sattler, gestern sowohl die Worte von Botschafter Sattler als auch die Haltung der Europäischen Union zum Amt des Hohen Vertreters (OHR) falsch wiedergegeben, teilte die EU-Delegation in BiH heute mit.
„Die Europäische Union unterstützt die Mission des Hohen Vertreters Schmidt und seines Büros. Drohungen gegen den Hohen Vertreter Schmidt, die Kampagne zur Untergrabung seiner Legitimität durch die Führung der RS, die Untergrabung der verfassungsmäßigen Ordnung Bosniens und Herzegowinas sowie spaltende Handlungen und Rhetorik sind inakzeptabel.
Während des Treffens erinnerte Botschafter Sattler an die langjährige Haltung der Europäischen Union, nämlich dass auf dem europäischen Weg die Erfüllung der 5+2-Agenda erforderlich sein wird, was die Schließung des OHR ermöglichen wird. Grundsätzlich sind umfassende internationale Aufsicht und die Ausübung exekutiver Befugnisse mit einer EU-Mitgliedschaft unvereinbar. Exekutive Befugnisse sind ebenfalls eine Ultima Ratio.
Botschafter Sattler betonte außerdem, dass die Kriminalisierung von Verleumdung sowie der Gesetzesentwurf, der die Freiheit der Zivilgesellschaft einschränkt, große Rückschritte für die Grundfreiheiten darstellen, die ein Schlüsselelement der 14 Schlüsselprioritäten sind. Er forderte nachdrücklich, dass der Gesetzesentwurf über die Zivilgesellschaft unverzüglich aus dem Gesetzgebungsverfahren zurückgezogen wird.
Der Botschafter der Europäischen Union forderte Premierminister Višković außerdem auf, sicherzustellen, dass die aktuellen Chancen, die sich aus der neuen Dynamik der EU-Erweiterung ergeben, genutzt werden. Die Europäische Union erwartet Unterstützung für Reformen, die Fortschritte auf dem Weg zur EU ermöglichen, wie das Gesetz über Gerichte und das Gesetz über Interessenkonflikte sowie die Einführung der elektronischen Signatur.
Reformen zur Stärkung von Demokratie und Menschenrechten, die Bekämpfung von Korruption, die Verbesserung des Geschäftsklimas und die Unterstützung des grünen und digitalen Wandels sind der einzige Weg zu einem stabileren und wohlhabenderen Bosnien und Herzegowina und einer Zukunft in der Europäischen Union“, hieß es in der Mitteilung.
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