
An der Universität Sarajevo wird am Dienstag geprüft, ob Professor Zdravko Lučić von der Juristischen Fakultät wieder eingestellt wird oder ob die vor fast vier Jahren verhängte Suspendierung weiterhin in Kraft bleibt.
Dies bestätigte für die bosnische Nachrichtenagentur Patria auch der Anwalt von Professor Lučić, Almin Dautbegović, und merkte an, dass er nicht im Entferntesten erahnen könne, welche Entscheidung die Universität treffen werde.
Professor Zdravko Lučić wurde vor acht Jahren zusammen mit seinen Kollegen Bajro Golić und Fuad Saltaga beschuldigt, an einer Sexaffäre mit Studentinnen der Juristischen Fakultät in Sarajevo, beziehungsweise der Abteilung dieser Fakultät in Tuzla, beteiligt gewesen zu sein.
Laut Anklageschrift sollen die Professoren den Studentinnen Noten im Austausch für Sex eingetragen haben.
Saltaga wurde nach dem Ausbruch der Affäre öffentlich gerügt, während der Senat der Universität Sarajevo Lučić und Golić eine lebenslange Suspendierung auferlegte, das heißt ihnen die Arbeit mit Studenten verbot.
Die Maßnahmen bezogen sich nur auf die Universität Sarajevo, während die Professoren das Recht hatten, an anderen Universitäten in Bosnien und Herzegowina zu arbeiten.
Außer ihnen dreien wurden für dieselbe Affäre noch mehrere ihrer Freunde angeklagt, die ebenfalls Sanktionen erlitten.
Dennoch kam es bald zu einer Wende im gesamten Verfahren. Die Studentinnen, die angeblich an dieser Affäre beteiligt waren, gaben zu, die ganze Geschichte erfunden zu haben und dass sie die Aussagen über ihre Verwicklung in die Sexaffäre mit den Professoren unter Druck der Staatsanwaltschaft gemacht hätten.
In der Zwischenzeit sind die Professoren Golić und Saltaga gestorben, während Lučić weiterhin versucht, seine Unschuld zu beweisen.
Aufgrund dieser Affäre, die die Staatsanwälte der Kantonsstaatsanwaltschaft in Tuzla auch nach acht Jahren nicht beweisen konnten und die die Verteidigung als inszeniert bezeichnet, sind die Gesundheit und der Ruf von Professor Lučić erheblich beeinträchtigt, schreibt Patria.
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