
Schreiben: Rasim Belko @rasimbelko
Geld in den Haushalten wird immer weniger, Spiele gibt es noch genug, um die Menschen zu unterhalten, die auf dem Weg zur Europäischen Union in einem Ochsenkarren mit Steinrädern unterwegs sind. Mit der Geschwindigkeit, mit der wir uns in Richtung dieser Union bewegen, werden wir sie wahrscheinlich nie erreichen, denn auf diesem Weg hält uns Dodiks Sezessionismus auf. Und das stimmt, aber noch richtiger ist, dass es Schlimmere gibt als Dodik.
Obwohl der Präsident der Republika Srpska und der SNSD als Hauptproblem des politischen Lebens in Bosnien und Herzegowina charakterisiert wurde, wozu er selbst beigetragen hat, haben europäische und amerikanische Beamte es anscheinend absichtlich versäumt, eine weitere unüberwindbare Hürde für den Fortschritt Bosniens und Herzegowinas als Staat und Gesellschaft zu erwähnen.
Dragan Čović, der erfahrenste politische Manipulator in Bosnien und Herzegowina, ist tatsächlich das größte Hindernis, viel größer als Milorad Dodik. Denn Dodik blockiert durch die Republika Srpska, die sich in einem ziemlich finanziellen Kollaps befindet, und durch staatliche Institutionen, aber selbst das kann er nicht ohne Čovićs Unterstützung.
Čović hingegen blockiert die Entität Föderation Bosnien und Herzegowina, den wirtschaftlich fortschrittlicheren und stabileren Teil des Landes, in dem der HDZ-Vorsitzende die größte Unterstützung findet, um den Staat zu erpressen und seine Pläne zu verwirklichen. Und die Verwirklichung von Čovićs Plänen ist völlig identisch mit Dodiks.
Aber für Čović gibt es keine schwarze Liste, keine europäischen Rügen, obwohl er die gesetzgebende Gewalt in der Föderation das ganze Jahr 2023 terrorisiert und blockiert. Der Grund ist seit langem bekannt: die Ernennung des Verfassungsrichters Marin Vukoja, die nur dank der Hartnäckigkeit der Oppositionspolitiker im Parlament der Föderation nicht zustande kam.
Vukoja ist Čovićs Eintrittskarte in die Zukunft, bzw. ein Jeton, den er jedes Mal benutzen wird, wenn es bei der Post-Wahl-Machtbildung hakt, aber auch dann, wenn Dodik mit Entscheidungen des Verfassungsgerichts hakt... Und deshalb forciert er seit über einem Jahr die Lösung nur einer einzigen Frage.
Wegen Čovićs Forcierung von Vukoja ist das Parlament der Föderation außerstande, die Aufgabe zu erfüllen, für die es existiert. Gesetze, die die Bürger und die breite Öffentlichkeit erwarten, sind auf Eis gelegt, und die Regierung der Föderation, die Čović ebenfalls kontrolliert, schickt selten oder gar keine Gesetzesvorschläge in das parlamentarische Verfahren.
Bis Ende des Jahres bleiben noch sechs Arbeitstage, und vom Vorschlag für den Haushalt der Föderation keine Rede. Es ist also klar, dass Dragan Čović in dem Bestreben, seine Interessen zu verwirklichen, wobei Vukoja derzeit sein primäres ist, bereit ist, die Entität Föderation Bosnien und Herzegowina in finanzielle Unsicherheit und vorläufige Finanzierung zu stürzen.
Darüber hinaus hat Dragan Čović, der Kontrolleur aller Prozesse in der Föderation, in dem Versuch, die Opposition aus dem Entscheidungsprozess über Vukoja herauszuhalten, auch einen Vorschlag zur Änderung der Geschäftsordnung des Abgeordnetenhauses der Föderation erwirkt. Die von den Partnern der HDZ und der Sarajevischen Dreierkoalition vorgeschlagene Geschäftsordnung ähnelt eher einem Lukaschenko-Vorschlag als der Demokratie. Mit dieser Geschäftsordnung wären die Hände der Opposition vollständig gebunden, und Čović hätte alle Wege offen für die Verwirklichung sowohl der Ernennung von Vukoja als auch aller anderen Projekte wie der südlichen Interkonnektion ohne BH Gas und Ähnliches.
Man muss nicht besonders mit allen Prozessen vertraut sein, um zu erkennen, dass Čović die lebenswichtigen Ströme in der Föderation gestoppt hat, um das Verfassungsgericht von Bosnien und Herzegowina zu unterwerfen. Die Stockungen in der Regierungsfunktion sind eindeutig ein Produkt der Tatsache, dass er den Partnern der Dreierkoalition klargemacht hat, dass sie Vukoja ernennen müssen, damit etwas anderes getan werden kann. Und so wird es bleiben, bis Vukoja ernannt ist oder bis ein Wunder geschieht und Čović die Hebel der Allmacht entzogen werden.
Die Wechselbarkeit der Macht ist das Kernstück der Demokratie, und auch sie ist in Bosnien und Herzegowina sinnlos geworden. Denn während der Hohe Repräsentant Christian Schmidt sich alle Mühe gibt, die Wünsche von Plenković und Čović, bzw. Murphy zu erfüllen, indem er die Regierung einsetzt und elektronisches Wählen ankündigt, vergisst er, dass wir ein Land sind, das kein Institut für vorgezogene Wahlen hat.
Und vorgezogene Wahlen in der Situation einer totalen Krise in Bosnien und Herzegowina und ihren Entitäten würden sicherlich zu einem Machtwechsel führen und somit anderen ermöglichen, zu versuchen, die angesammelten Probleme zu lösen.
Solange Čović sicher und in der bequemen Position der absoluten Kontrolle der Prozesse in der Föderation Bosnien und Herzegowina ist, werden diese Prozesse blockiert und gestoppt. Anders ausgedrückt, Čović wird nicht aufhören, und so erwartet uns im nächsten Jahr eine Wiederholung des Vukoja-Prozesses, der die Föderation Bosnien und Herzegowina im vergangenen Jahr blockiert hielt.
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