
Heute jährt sich die Entführung und Ermordung von 16 bosniakischen Bürgern aus Sjeverin in Serbien zum 22. Mal, schreibt die bosnisch-herzegowinische Nachrichtenagentur Patria (NAP)
Eine Gruppe von Bosniaken machte sich am 22. Oktober 1992 mit einem Bus auf den Weg nach Priboj, über das Gebiet von Bosnien und Herzegowina, als sie von Angehörigen der serbischen Paramilitärformation „Osvetnici“ (Rächer), die von Milan Lukić kommandiert wurde, in Mioče angehalten und nach der Legitimierung herausgeholt wurden. Es handelte sich um 15 bosniakische Männer und eine Frau.
Mit einem Lastwagen wurden sie nach Višegrad in das Motel „Vilina vlas“ gebracht, wo sie, wie später durch die Ermittlungen festgestellt wurde, brutal psychisch und physisch misshandelt und dann am Ufer des Flusses Drina ermordet wurden.
Ermordet wurden: Mehmed Šebo, Zafer Hadžić, Medo Hadžić, Medredin Hodžić, Ramiz Begović, Derviš Softić, Modhad Softić, Mujo Alihodžić, Alija Mandal, Sead Pecikoza, Mustafa Bajramović, Hajrudin Sajtarević, Esad Džahić, Ramahudin Đatović, Ediz Gibović und die einzige Frau unter ihnen Mevlida Koldžić. Alle stammen aus dem Dorf Sjeverin.
Für dieses Verbrechen, erinnerte heute Tanjug, berichtet Patria, verurteilte das Kreisgericht in Belgrad im Juli 2005 Milan Lukić, Oliver Krsmanović (beide in Abwesenheit) und Dragutin Dragićević zu je 20 Jahren Gefängnis, und Đorđe Šević zu 15 Jahren Gefängnis.
Lukić wurde Anfang August 2005 in Argentinien verhaftet und an das Haager Tribunal ausgeliefert, wo er 2009 wegen Verbrechen in Višegrad zu lebenslanger Haft verurteilt wurde.
Krsmanović wurde im Mai 2011 im Gebiet von Višegrad verhaftet.
Bei der Begründung des Urteils betonte die Vorsitzende Richterin Vinka Beraha-Nikićević, dass zweifelsfrei bewiesen sei, dass sie unter der Führung ihres Kommandanten Lukić, Krsmanović, Dragutinović und Šević sowie fünf weiterer unbekannter Angehöriger der „Osvetnici“ 16 Einwohner von Sjeverin mit automatischen Waffen und Messern getötet und sie dann in die Drina geworfen hätten.
Die Misshandlung und Ermordung von Zivilisten kann keine Form von Patriotismus sein, sondern nur ein schreckliches Verbrechen“, sagte Beraha-Nikićević und betonte, dass das Urteil eine Prävention sei, damit sich ähnliche Fälle in diesen Gebieten niemals wiederholen, berichtet Patria.
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