
Es ist 130 Jahre her, seit die erste Straßenbahn durch die Straßen von Sarajevo fuhr, schreibt die bosnisch-herzegowinische Nachrichtenagentur Patria (NAP).
Von damals bis heute wurde der Verkehr des beliebtesten öffentlichen Nahverkehrsmittels in der Hauptstadt von Bosnien und Herzegowina nur während der letzten serbischen Aggression gegen Bosnien und Herzegowina von 1992 bis 1995 unterbrochen.
Die erste von Pferden gezogene Straßenbahn fuhr am 1. Januar 1885 durch Sarajevo. Die Einbahnstrecke war 3,1 km lang und die Strecke begann am heutigen Wirtschaftsministerium, verlief durch Ferhadija und weiter durch die Hauptstraße der Stadt (heutige Titova Straße) über Marindvor und endete am Uzana-Bahnhof. Die Straßenbahn konnte 28 Personen befördern.
Am 1. Mai 1895 wurde die Straßenbahn elektrifiziert. Die verwendeten Fahrzeuge wurden von der deutschen Firma „Siemens-Schuckertwerke“ hergestellt und waren die ersten Straßenbahnen, die in ihren Werken entstanden.
Sarajevo war übrigens die erste Stadt Europas mit einer ganztägigen Straßenbahnlinie. Es war eine Teststrecke für die zukünftige Straßenbahn in Wien. Um die Wiener oder Pestner Straßen nicht umsonst aufzureißen, beschlossen die Österreichisch-Ungarn, die „Pferdebahn“ – wie die Straßenbahn damals genannt wurde – zuerst in Sarajevo auszuprobieren.
So begann im Sommer 1884 das Ausgraben der Sarajevostraßen und das Verlegen von Straßenbahnschienen. Dabei verlor Sarajevo eine seiner schönsten Brücken – die Steinbrücke, die den Koševski-Bach bei der Alipašina-Moschee überspannte, erhielt aber auch den Titel der ersten Stadt auf dem Balkan und in Mitteleuropa, die eine Straßenbahn hatte, berichtet NAP.
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