
Die verheerenden Überschwemmungen haben Bosnien und Herzegowina Probleme bereitet, die sehr schwer zu lösen sein werden. Nach ersten Angaben müssen Tausende von Häusern neu gebaut und eine neue Kategorie von Vertriebenen untergebracht werden.
Einige Politiker, darunter Bakir Izetbegović, der Vorsitzende des Präsidiums von BiH, sagten, dass wir in diesem Moment alle solidarisch sein müssen und dass es eine Schande ist, überschüssige Mark in einer Zeit zu haben, in der einige Menschen alles verloren haben. Er sagte auch, dass er diesen Sommer nirgendwohin reisen werde, schreibt die Nachrichtenagentur Patria.
Tourismusagenturen in BiH verzeichnen nach ersten Angaben ein geringes Interesse der Bürger von BiH an Urlaub. Zoran Bibanović, Präsident des Verbandes der Tourismusagenturen für NAP, sagt, dass die Menschen nicht auf Reisen verzichten sollten, da in Krisenzeiten der Konsum gefördert werden sollte.
- Unsere Regierungen haben Tausende von Autos, nehmen Tagesgelder, und wir sollten auf unseren Jahresurlaub verzichten. Sie sollten auf Autos und Wochenendhäuser verzichten. Wir hatten konkrete Daten von der Kammer, die besagen, dass jede ausgegebene Mark dem Staat 43 Pfennige einbringt. Das bedeutet, dass der Konsum zu dieser Zeit unbedingt gefördert werden muss – sagt Bibanović.
Er fügt hinzu, dass die Wirtschaft dadurch vorankommen wird und dass man sich an Deutschland orientieren sollte, das den Bürgern in Krisenzeiten Gutscheine für ausgegebenes Geld gegeben hat.
- Die Menschen, die uns führen, haben keine Ahnung von Wirtschaft und haben nie 100 Mark verdient, aber sie verwalten Millionenbudgets. Die Kaufkraft der Bürger ist ohnehin schwach und immer weniger Menschen reisen. Wir haben die Situation, dass Berufsschulen nicht auf Klassenfahrten gehen, nur noch Gymnasien. Die Eltern haben kein Geld, um Reisen zu finanzieren, und laut Vorschrift müssen 60 Prozent der Kinder angemeldet sein, damit die Klassenfahrt stattfinden kann. Kaum eine Schule im Kanton Sarajevo kann das erfüllen – sagte Bibanović.
Die geringe Nachfrage, so Bibanović, spiegelt sich auch in einem immer ärmlicheren Angebot wider.
- Im Angebot von Arrangements und Charterflügen selbst ist zu sehen, dass die Nachfrage gesunken ist und die Agenturen daher keine großen Rotationen mehr wagen, weil die Leute kein Risiko mehr eingehen wollen. Die Kaufkraft ist gesunken – fügte Bibanović hinzu und erklärte, dass der Tourismus in BiH ein völlig ungeordnetes Gebiet sei, berichtet NAP.
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