Begić: Minister Bunoza steht für ein Apartheidsystem, ungleichen Stimmenwert und schwere ethnische Diskriminierung

Patria
AutorPatria
20:33
Podijeli:
Begić: Minister Bunoza steht für ein Apartheidsystem, ungleichen Stimmenwert und schwere ethnische Diskriminierung

(Patria) - Ohne Bürger und Rechtsstaatlichkeit gibt es keine Demokratie, erklärte heute in einem Beitrag auf der Plattform X der Professor für Verfassungsrecht und Abgeordneter im Parlament von Bosnien und Herzegowina, Zlatan Begić (DF).

Begić schrieb dies als Reaktion auf den heutigen Morgenbeitrag, ebenfalls auf der Plattform X, des Justizministers von Bosnien und Herzegowina, Davor Bunoza (HDZ BiH), der die Struktur und Funktionsweise des Staatspräsidiums von Bosnien und Herzegowina kommentierte und dabei die "Bedeutung des verfassungsrechtlichen Prinzips der Konstitutivität der Völker" betonte.

Unter anderem führte Bunoza aus, dass "das Verfassungsgericht von Bosnien und Herzegowina betont hat, dass der Zweck der Verfassungsbestimmungen darin besteht, dass das Staatspräsidium von Bosnien und Herzegowina aus Vertretern aller drei konstituierenden Völker besteht", und fügte hinzu, "damit jemand die Interessen derjenigen schützen könne, die es betreffe, sei es notwendig, dass er dafür die Legitimität derjenigen besitze, deren Interessen er vertrete."

Bunoza fügte außerdem hinzu, dass es in diesem Zusammenhang "wichtig sei zu betonen, dass der Antragsteller im jüngsten Urteil der Großen Kammer des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte (S. K. gegen Bosnien und Herzegowina) faktisch nachgewiesen habe, dass die 'Bürger' tatsächlich Angehörige der konstituierenden Völker seien".

Begić betont, dass Minister Bunoza damit beweise, dass er gegen Demokratie und Rechtsstaatlichkeit sei.

"Er steht für ein Apartheidsystem, ungleichen Stimmenwert und schwere ethnische Diskriminierung, in dem weiterhin die rechtliche Verpflichtung zur Umsetzung der Europäischen Konvention und ihrer Protokolle, der Urteile des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte, blockiert und ignoriert wird, also die weitere Umsetzung der staatlichen Verfassung, deren Bestandteil unter anderem auch die Europäische Konvention mit ihren Protokollen ist (die zugleich ratifizierte internationale Instrumente in Bosnien und Herzegowina sind).

Dieser Minister lässt sich von seinen persönlichen politischen Ansichten leiten, nicht von rechtlichen Argumenten und dem geltenden positiven Recht (wie z.B. der Verfassung, der Europäischen Konvention, ihren Protokollen usw. sowie den Urteilen des Europäischen Gerichtshofs).

Dabei tritt er als Justizminister auf und versucht, mit dieser Tatsache eine sehr dürftige Biografie und das völlige Fehlen jeglicher relevanter wissenschaftlicher und fachlicher Referenzen aus dem Bereich des Verfassungsrechts zu verdecken, in den er sich sehr mutig, sehr oft und sehr falsch einmischt.

Ich kenne viele Rechtsanwälte, die sehr gebildet sind und zu den Spitzenjuristen und Intellektuellen zählen. Allerdings gibt es, wie in jeder Branche, auch solche, die das alles nicht sind. Dieser gehört leider zur zweiten Gruppe.

Für diesen (leider!) Juristen war die Fälschung öffentlicher Urkunden (und zwar von Institutionen des benachbarten Kroatien, auf das er schwört) eine legitime rechtliche Handlung zum Zwecke der Manipulation von Ausschreibungen während seiner Anwaltspraxis.

Es ist unklar, wie er überhaupt die Überprüfungen der zuständigen Institutionen für die Ernennung zum Staatsminister bestanden hat, was auch etwas über diese Institutionen in der Zeit der Troika aussagt. Daher sollte man sich gar nicht über die beharrlichen Versuche dieser Person wundern, alles Mögliche zu fälschen - auch im Hinblick auf das, was die Grundlagen des öffentlichen Rechts darstellt, sowie über das beeindruckende Unwissen im Bereich des Verfassungsrechts, das der Genannte oft präsentiert, und aus dem er nicht eine einzige relevante wissenschaftliche oder fachliche Referenz besitzt.

Er hat natürlich als Bürger Bunoza das Recht auf seine politische Meinung, aber dass diese Meinung nichts mit der Rechtswissenschaft und -lehre zu tun hat und er als solcher Staatsjustizminister ist - das ist eine Schande für diejenigen, die ihn gewählt haben, sowie für diejenigen, die diejenigen gewählt haben, die ihn in dieses sehr verantwortungsvolle Amt gewählt haben, das dennoch zumindest ein Minimum an Kenntnissen der Grundlagen des Verfassungs- und öffentlichen Rechts sowie persönliche, berufliche und - möglichst - akademische Glaubwürdigkeit erfordert", führte Begić aus.

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