Bečarević über die Verschuldung des Kantons Sarajevo: Es geht rasant auf eine Milliarde KM zu

Patria
AutorPatria
11:55
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Bečarević über die Verschuldung des Kantons Sarajevo: Es geht rasant auf eine Milliarde KM zu

(Patria) - Der Kantonalrat der Partei für Bosnien und Herzegowina Sarajevo hat sich heute mit einer Pressemitteilung zu Wort gemeldet, in der er die Verschuldungssituation des Kantons Sarajevo analysiert.

Wie sie angeben, ist es äußerst schwierig, an die Daten zu gelangen, da die "transparenteste" Regierung des Kantons Sarajevo diese Thematik in verschiedenen Dokumenten behandelt, dabei aber noch nicht mit einem vollständigen Dokument über den Stand der Verschuldung aus allen aufgenommenen Krediten und jenen, die sich in der Phase der Genehmigung durch die Parlamente oder in der Endphase der Vertragsunterzeichnung befinden, an die Öffentlichkeit treten will.

Als Ausgangsbetrag für den Kreditstand nehmen wir die Aussage des amtierenden Finanzministers Afan Kalamujić gegenüber den Medien, in der er feststellte, dass die Verschuldung des Kantons Sarajevo bei 430 Millionen KM liege, wir zitieren:

"Der Kreditbetrag selbst liegt derzeit bei fast 430 Millionen KM, was auf den ersten Blick viel klingt, aber eigentlich ein Tropfen auf den heißen Stein ist, wenn man weiß, wie die Länder der Region leben und überleben..."

Auf der Website des Finanzministeriums beträgt die Gesamtverschuldung des Kantons Sarajevo in dem Dokument mit dem Titel "Strategie des Schuldenmanagements des Kantons Sarajevo 2023–2025" 483 Millionen KM, Stand 31.12.2022.

Allein mit dieser Angabe ist der Minister weder mit dem Schuldenstand vertraut, der in dem Dokument seines Ministeriums behandelt wird. Die vorherige Verschuldung gibt den Stand dessen wieder, was unterschrieben wurde und was an ausländische Gläubiger und inländische Banken zurückgezahlt wird. In diesen Stand sind nicht alle Beträge eingeflossen, die Ende 2022 sowie im Laufe der Jahre 2023 und 2024 von der Regierung des Kantons Sarajevo genehmigt wurden und sich in der Ratifizierungsphase durch die Parlamente oder in der Endphase der Verhandlungen mit ausländischen Gläubigern befinden. In diesen Stand ist auch nicht die Verschuldung gegenüber inländischen Banken eingeflossen, die im Haushalt für das Jahr 2024 vorgesehen ist.

Nun geben wir den Stand der neuen Kreditaufnahmen an, die Ende 2022, im Laufe des Jahres 2023 und Anfang 2024 von der Regierung des Kantons Sarajevo genehmigt wurden:

1. 23 Millionen EUR, Weltbank, Projekt zur Luftverbesserung;
2. 8,5 Millionen EUR, EBRD und EIB, Modernisierung der Depots für den Straßenbahn- und Oberleitungsbusverkehr;
3. 25 Millionen EUR, EBRD, Öffentlicher Nahverkehr Sarajevo E-Mobilität (ursprünglicher Betrag 17 Millionen EUR);
4. 25+5 Millionen EUR, EBRD, Bau der Straßenbahnstrecke Ilidža-Hrasnica;
5. 35 Millionen EUR, EIB, Stadtverkehr in Sarajevo-B;
6. 35 Millionen EUR, EBRD, Fernwärmeheizwerke;

GESAMT: 156,5 Millionen EUR oder 306 Millionen KM.

Ausgehend vom Stand zum 31.12.2022 von 483 Millionen KM und diesen neuen Kreditaufnahmen, die sich alle im Verfahren befinden, wird die Gesamtsumme der Kredite des Kantons Sarajevo 789 Millionen KM betragen. Gleichzeitig beträgt die im Haushalt für 2024 geplante Verschuldung bei inländischen Geschäftsbanken 106 Millionen KM, und wenn nur 50 % dieses Betrags realisiert werden, ergibt sich eine Verschuldung von 842 Millionen KM.

Mit einer Verschuldung in Höhe von 842 Millionen KM erreichen wir fast die gesetzliche Höchstgrenze, bis zu der sich der Kanton Sarajevo überhaupt verschulden kann, und wir erreichen einen Betrag, der fast der Gesamtsumme der originären Einnahmen des Kantons Sarajevo in einem Jahr entspricht. Allein für dieses Jahr ist die Rückzahlung von Krediten und Zinsen in Höhe von rund 80 Millionen KM geplant.
Der Kantonalrat der Partei für Bosnien und Herzegowina Sarajevo ist der Ansicht, dass eine thematische Sitzung des Kantons Sarajevo organisiert werden muss, da der Kanton auf Kreditaufnahmen von einer Milliarde KM und das gesetzliche Maximum zusteuert, bei dem keine Kreditaufnahmen mehr möglich sein werden, und die Schulden von den Kindern der derzeitigen Mitglieder der Regierung des Kantons Sarajevo zurückgezahlt werden.

Gleichzeitig lassen wir die Möglichkeit eines Fehlers bei der Summe der neuen Kreditaufnahmen von ca. 10 %–15 % offen, aber ebenso sind in diese Verschuldungen weder die Projekte zur Deponie Smiljevići, zur neuen Deponie, zur dauerhaften Lösung der Luftverschmutzung noch andere geplante Projekte im Kanton Sarajevo eingeflossen, so Almir Bečarević, Vorsitzender des Kantonalrats der SBiH.

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