
SARAJEVO, (Patria) - Der Journalist Avdo Avdić wurde heute von der Staatsanwaltschaft von Bosnien und Herzegowina vernommen, nachdem er einen Artikel über die Aktivitäten kroatischer Geheimdienstler in Bosnien und Herzegowina veröffentlicht hatte.
In dem am 13. März veröffentlichten Artikel wurde aufgedeckt, dass Agenten des kroatischen Sicherheits- und Nachrichtendienstes (SOA) Anhänger der Salafisten in Bosnien und Herzegowina angeworben hatten, um eine bestimmte Menge an Waffen auf das Territorium von Bosnien und Herzegowina zu bringen. Es wird vermutet, dass auf diese Weise die These der kroatischen Präsidentin Kolinda Grabar-Kitarović bestätigt werden sollte, die zuvor erklärt hatte, dass in Bosnien und Herzegowina gefährliche Terrorzellen existieren. Die politische Staatsführung Kroatiens gab diese These auch nach der Dementierung der Nachricht durch die Sicherheitsbehörden von Bosnien und Herzegowina nicht auf.
Staatsanwalt Oleg Čavka lud Avdić aufgrund des genannten Artikels zur Vernehmung vor, obwohl Journalisten gemäß Artikel 82 des Gesetzes über das Strafverfahren von Bosnien und Herzegowina nicht als Zeugen vernommen werden dürfen.
„Der Staatsanwalt befragte mich zu meinen Kontakten, Quellen und meinen Aufenthalten in Gaststätten in Sarajevo und, was entscheidend ist, er fragte mich, woher ich Informationen über den russischen Einfluss in Bosnien und Herzegowina habe. Er fragte mich nichts über diesen Fall des Eindringens von Geheimdiensten aus Kroatien“, sagte Avdić nach der Vernehmung, wie N1 berichtete und Patria weiterverbreitete.
Avdić sagte, dass heute auch eine Person mit den Initialen H.Č. in der Staatsanwaltschaft vernommen wurde, eine der von kroatischen Geheimdienstlern angeworbenen Personen, deren Kontakte zur SOA auch der Direktor dieser Behörde, Daniel Markić, zugegeben hat. Avdić ist jedoch unklar, wie die Staatsanwaltschaft von Bosnien und Herzegowina die Identität dieser Person erfahren hat, da er als Journalist die Identität dieser Person nicht preisgegeben hat.
„Woher wusste Herr Čavka, um wen es sich handelt. Wahrscheinlich von Herrn Martić, dem Direktor des kroatischen Geheimdienstes“, sagte Avdić.
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