
(Patria) - Der Verband der Studenten der Akademie der Bildenden Künste in Sarajevo hat sich anlässlich des tragischen Straßenbahnunfalls geäußert, bei dem ihr Kommilitone Erdoan Morankić (23) ums Leben kam, und erklärt, dass im Lichte der aktuellen Proteste eine klare und unmissverständliche Forderung besteht – die Feststellung der Verantwortung und die Ergreifung konkreter Maßnahmen, damit sich eine ähnliche Tragödie nie wiederholt. Heute ist es sieben Tage her, seit Morankić bei dem Straßenbahnunfall ums Leben kam.
Sie betonten, dass Erdoan ein vorbildlicher Bürger, ein engagierter und talentierter Student, ein junger und vielversprechender Mensch war, vor dem das ganze Leben lag.
„Für uns war er viel mehr als ein Kollege – er war ein Freund, eine Stütze und Teil unserer Gemeinschaft. Sein viel zu früher Tod hinterließ einen unersetzlichen Verlust und eine Leere, die schwer in Worte zu fassen ist. In tiefer Trauer und Schock, in den Tagen nach der Tragödie, waren wir nicht in der Lage, auf die zahlreichen Medienanfragen zu antworten. Unser Schweigen war kein Zeichen von Desinteresse, sondern die Notwendigkeit, in Frieden und Würde um unseren Kollegen zu trauern und seine Familie und uns gegenseitig zu unterstützen. Wir drücken Ella und ihrer Familie sowie allen Verletzten und ihren Angehörigen unser aufrichtiges Beileid aus und wünschen ihnen eine schnelle Genesung“, so Erdoans Kollegen.
In der Zeit vom Tag der Tragödie bis heute, angesichts der tiefen Trauer und des Schmerzes, den wir immer noch tragen und bis ans Ende unseres Lebens tragen werden, haben wir versucht, die Kraft zu finden, uns als Gemeinschaft zu sammeln und zu organisieren. Neben der Trauer um unseren Kollegen haben wir die Zeit genutzt, um gemeinsam darüber nachzudenken, was wesentlich ist und was wir als Studenten fordern. Unsere Forderung ist klar und unmissverständlich – dass konkrete und systemische Schritte unternommen werden, um zu verhindern, dass sich eine solche Tragödie jemals wiederholt. Dies beinhaltet die Einrichtung klarer und wirksamer Verantwortlichkeitsmechanismen, die transparente Feststellung der Fakten sowie die Benennung und Sanktionierung der verantwortlichen Personen, seien es Einzelpersonen, mehrere Personen oder Versäumnisse innerhalb des Systems selbst“, sagten sie.
Sollten sich systemische Schwächen als Ursache der Tragödie herausstellen, bestehen sie auf deren gründlicher Analyse und Reorganisation, um die tatsächliche und dauerhafte Sicherheit für alle zu gewährleisten.
„Wir drücken unsere tiefe Unzufriedenheit aus und verurteilen aufs Schärfste jede Nutzung des Namens und des Todes unseres Freundes zu politischen Zwecken, sowie jede Form von Sensationsgier, Manipulation und unangemessener öffentlicher Äußerung. Wir sind der Meinung, dass es die Pflicht von uns allen ist, in diesen Momenten Respekt und Empathie gegenüber der Familie, den Freunden und den Kollegen des Verstorbenen zu zeigen. Die Schändung seines Namens durch Gewalt, Barbarei oder politische Konnotationen halten wir für inakzeptabel. Wir unterstützen ausschließlich friedliche und würdige Formen des Ausdrucks der Trauer, ohne politische Symbole und ohne jegliche Gewalt. Wir distanzieren uns von jedem Vorgehen, das von diesen Grundsätzen abweicht“, betonen der Verband der Studenten der Akademie der Bildenden Künste in Sarajevo und fügen hinzu, dass sie ihrem Erdoan auf friedliche, würdige und solidarische Weise die Ehre erweisen werden, indem sie seine Erinnerung mit dem Respekt bewahren, den er verdient.
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