
(Patria) - Die deutsche Botschaft in Bosnien und Herzegowina ist tief schockiert über das Schreiben, das Staša Košarac, Minister für Außenhandel und Wirtschaftsbeziehungen von Bosnien und Herzegowina, an den Hohen Repräsentanten Christian Schmidt gerichtet hat.
„Die Vergleiche, Formulierungen und Handlungen, die in diesem Schreiben enthalten sind, sind inakzeptabel und untergraben die Würde des politischen Dialogs. Die Gleichsetzung von Christian Schmidt mit dem Nationalsozialistischen Regime stellt eine ernsthafte Verharmlosung der Verbrechen des Nationalsozialismus dar und ist in höchstem Maße unangemessen.
Solche Vergleiche sind nicht nur geschmacklos, sondern auch eine bewusste Verfälschung historischer Fakten. Das Versenden eines SS-Helms als „Artefakt“ ist ein weiterer Ausdruck von Respektlosigkeit und Provokation, dem jede diplomatische Ethik fehlt und der einem Amtsträger eines europäischen Landes, das sich auf dem Weg in die EU befinden sollte, nicht ansteht.
Besonders beunruhigend ist der Zeitpunkt dieser Aktion: am 80. Jahrestag des Beginns der Nürnberger Prozesse, die die Grundlage für die rechtliche und moralische Aufarbeitung von NS-Verbrechen legten. Derartige unangemessene und verletzende Vergleiche zu ziehen, ist inakzeptabel. Der Missbrauch des historischen Kontexts für politische Polemik beleidigt das Gedenken an die Opfer und widerspricht dem Geist internationaler Zusammenarbeit und Verantwortung“, heißt es in der Mitteilung der deutschen Botschaft.
Die deutsche Botschaft bekräftigt ihre Unterstützung für den Hohen Repräsentanten Christian Schmidt und seine Arbeit im Dienste eines friedlichen, stabilen und demokratischen Bosnien und Herzegowina. Gleichzeitig appellieren sie an alle Verantwortlichen im Land, zu einem sachlichen, konstruktiven und respektvollen politischen Diskurs zurückzukehren.
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