
SARAJEVO, (Patria) - Der Präsident der Europäischen Kommission (EK) Jean-Claude Juncker befindet sich auf einem offiziellen Besuch in Bosnien und Herzegowina. Er reiste nach Sarajevo mit dem EU-Erweiterungskommissar Johannes Hahn.
Die bosnischen Amtsträger werden der EU-Delegation den Fragebogen der Europäischen Kommission übergeben, als erste wichtige Voraussetzung für die Erlangung des Kandidatenstatus von Bosnien und Herzegowina.
Der Vorsitzende der „Seefahrtsgesellschaft Adriatisches Meer“ Nešad Alikadić sagte gegenüber der Agentur Patria, dass die bosnischen Amtsträger vor Juncker auch die Frage des Baus der Pelješac-Brücke ansprechen müssen, für die die EU mehrere hundert Millionen KM bereitstellen will. Experten warnen, dass der Bau dieser Brücke Bosnien und Herzegowina den Zugang zum offenen Meer versperren würde, was gegen internationales Recht verstößt.
Juncker erklärte kürzlich in einer Rede vor dem Europäischen Parlament in Straßburg, dass die Europäische Kommission das Projekt der Pelješac-Brücke finanziell unterstützen werde, so wie „wir alles unterstützen, was in Dalmatien gemacht wird“.
„Das sind wichtige kroatische und europäische Projekte. Dieses Projekt in Kroatien ist genauso wichtig wie Projekte in Westeuropa. Wir dürfen die Entwicklung der neuen Mitgliedstaaten nicht vernachlässigen“, sagte Juncker.
Juncker sagte nicht, wie er das Recht Bosnien und Herzegowinas auf Zugang zum offenen Meer sichern will, das ihm auch die UN-Konvention über das Recht auf Zugang zum Meer garantiert. Kroatien plant den Bau der Brücke in der Bucht von Mali Ston, womit es Bosnien und Herzegowina den einzigen Zugang zu internationalen Gewässern versperren würde. Zudem ist unklar, wie es dazu kam, dass die EK beschloss, den Bau dieser Brücke mitzufinanzieren, obwohl Kroatien keine Zustimmung von BiH für das Projekt erhalten hat.
Alikadić hält es für unglaublich, dass einer der ersten Männer der Europäischen Union offen ankündigt, internationales Recht zu verletzen. Er meint, dass die bosnischen Politiker in dieser Frage nicht genug getan hätten, darunter auch der staatliche Minister für Verkehr und Kommunikation Ismir Jusko, der, so Alikadić, „die ganze Zeit nur nickt und keine konkreten Schritte unternimmt“.
Die „Seefahrtsgesellschaft Adriatisches Meer“ wird vom Präsidenten der Europäischen Kommission fordern, seine Haltung in der Angelegenheit des Falls ‚Pelješac-Brücke‘ zu überdenken.
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