30 JAHRE SPÄTER – Immer noch wird nach den ermordeten Bosniaken aus Sjeverin gesucht

Patria
AutorPatria
10:21
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30 JAHRE SPÄTER – Immer noch wird nach den ermordeten Bosniaken aus Sjeverin gesucht

(Patria) – Heute wird der dreißigste Jahrestag der Entführung und Ermordung von sechzehn bosniakischen Zivilisten aus Sjeverin (Priboj, Serbien) begangen.

Am 22. Oktober 1992 entführten Angehörige der serbischen paramilitärischen Formation „Osvetnici“ (Rächer), die von Milan Lukić kommandiert wurde, sechzehn Bosniaken, Arbeiter der Pribojer Unternehmen aus Sjeverin, die am Morgen mit der regulären Buslinie Rudo – Priboj zur Arbeit nach Priboj fuhren. Der Bus wurde im Dorf Mioče (Rudo, Bosnien und Herzegowina) angehalten, und dabei wurden fünfzehn Männer und eine Frau aus dem Bus geholt. Mit einem Lastwagen wurden sie in das Hotel „Vilina Vlas“ in Višegrad gebracht, wo sie nach mehrtägiger Misshandlung getötet und ihre Leichen in die Drina geworfen wurden. In der Nacht vor der Busentführung wurde auch Sabahudin Ćatović vor seinem Familienhaus entführt. Seitdem fehlt jede Spur von ihm. Alle Opfer waren Staatsbürger der Bundesrepublik Jugoslawien. Bislang wurden nur die sterblichen Überreste eines Opfers (Medredin Hodžić) gefunden, während die anderen weiterhin als vermisst gelten.

Für das Verbrechen in Sjeverin verurteilte das Bezirksgericht in Belgrad Milan Lukić, Oliver Krsmanović (in Abwesenheit) und Dragutin Dragićević zu jeweils zwanzig Jahren Haft, während Đorđe Šević zu fünfzehn Jahren Haft verurteilt wurde.

Auf diesem Wege appellieren wir an den Staat Serbien, die notwendigen Schritte zu unternehmen, damit die Opfer der Entführung in Sjeverin als zivile Kriegsopfer behandelt werden und endlich eine Entschädigung für die Familien der Opfer festgesetzt wird. Der einzig richtige Weg im Umgang mit der Kriegsvergangenheit der neunziger Jahre ist die gleichberechtigte Behandlung aller zivilen Kriegsopfer, die nichts anderes waren als Opfer monströser Politiken, die leider auch heute noch dem Volk als beste Option verkauft werden. Solange wir nicht aus den ethnopolitischen Rahmen ausbrechen und uns von den kriegstreiberischen Politiken lösen, können wir nicht von einer gesellschaftlich-wirtschaftlichen Transformation und einem besseren Leben in diesen Regionen sprechen.

Wir gedenken der getöteten Zivilisten aus Sjeverin: Alija Mandal, Derviš Softić, Esad Džihić, Idriz Gibović, Hajrudin Sajtarević, Medredin Hodžić, Mehmed Šebo, Medo Hodžić, Mevlida Koldžić, Mithad Softić, Mujo Alihodžić, Mustafa Bajramović, Ramahudin Ćatović, Ramiz Begović, Sabahudin Ćatović, Sead Pecikoza und Zafer Hadžić.

Die Mitteilung wird unterzeichnet von: Verein für soziale Forschung und Kommunikation (UDIK) – Sarajevo, Zentrum für Demokratie und Übergangsjustiz (CDTP) – Banja Luka und Ženski glas – Priboj.

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