
Autorin: Amina Čorbo-Zećo
Ein durchgesickertes Schreiben enthüllt einen millionenschweren Konflikt zwischen Leuten aus dem Umfeld von Donald Trump und der Administration mit Brüssel wegen Bosnien und Herzegowinas. Genauer gesagt, wegen eines Projekts namens Südliche Interkonnektion. Plötzlich sind wir uns nicht mehr sicher, ob die europäische Integration unsere Bestimmung ist.
Während auf internationaler Ebene ernsthafte politische und wirtschaftliche Schlachten geführt werden, was auch die Einbeziehung weltweiter Medien in diese Geschichte beweist, herrscht in BiH auch heute noch Stille. 24 Stunden nach den Medienberichten völlige Funkstille!
Diejenigen, die das umstrittene Gesetz unterstützten, äußern sich heute nicht. Man hört weder, wo der Staat in all dem steht, noch wer seine Interessen vertritt.
Die Europäische Union hat Bosnien und Herzegowina wegen der Südlichen Interkonnektion gewarnt, und erst dann gab es etwas Aufruhr. Und Warnungen gab es auch schon früher. Teile der Öffentlichkeit sowie einige politische Akteure, darunter die Partei für Bosnien und Herzegowina, wiesen rechtzeitig auf mögliche Folgen hin, jedoch ohne größere Resonanz. Der Satz „Das ist keine gute Lösung, aber wir werden sie unterstützen“ spiegelte das ganze Elend und die Armut der bosnisch-herzegowinischen Politik wider.
Es ist dann klar, warum in diesem Land Probleme erst dann ernst genommen werden, wenn klare Botschaften aus Brüssel oder einem anderen ausländischen Machtzentrum eintreffen.
Gleichzeitig kann die offensichtliche Widersprüchlichkeit nicht ignoriert werden, dass Brüssel BiH kritisiert, während sein Mitglied Kroatien aktiv ein Projekt unterstützt, das ihrer Meinung nach Gegenstand von Streitigkeiten ist. Ein solcher Ansatz erschwert die ohnehin schon heikle Situation zusätzlich.
Die Kernfrage bleibt jedoch intern: Wo sind die heimischen Institutionen? Wer betreibt die Energiepolitik und wer schützt die Interessen des Staates? Anstelle von Antworten fehlt die Reaktion.
Ein solches Vorgehen deutet auf einen Mangel an langfristiger Strategie und Verantwortung hin. Wenn wichtige Entscheidungen ohne klare Vision und ohne Koordination getroffen werden, sind die Folgen unvermeidlich, oft durch internationalen Druck und den Verlust von Handlungsspielraum.
Daher geht die Frage der Südlichen Interkonnektion über ein einzelnes Projekt hinaus. Sie eröffnet ein breiteres Bild des Funktionierens eines Systems, in dem Warnungen ignoriert werden und Reaktionen erst kommen, wenn der Manövrierraum bereits eingeschränkt ist.
Letztendlich geht es nicht nur um Politik, sondern um die Fähigkeit des Staates, in seinem eigenen Interesse zu handeln. Bei dieser Prüfung sind wir durchgefallen.
Und neue Projekte werden bereits angekündigt, wie die von Edin Forto für den Flughafen Sarajevo erwähnten, bei denen wir leicht die gleichen Fehler wiederholen und erneut bestätigen könnten, dass die Politik der „Troika“, aber auch anderer, alles andere als staatsbildend ist.
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