
Geschrieben von: Delvin Kovač
Die vollständige Achtung der territorialen Integrität von Bosnien und Herzegowina steht außer Frage, behauptet Aleksandar Vučić fast immer und lässt dabei die Achtung der Souveränität von Bosnien und Herzegowina aus.
Und es ist absolut klar, warum der serbische Präsident das Wort Souveränität vermeidet, das nun von Milorad Dodik mit großer Geste eingeführt wird, und natürlich ist dies ein Kuckucksei für die Troika.
Und dass dies der Fall ist, können wir aus dem Auftritt von Milan Tegeltija, Berater des Präsidenten der kleineren bosnischen Entität Republika Srpska, Milorad Dodik, schließen, der öffentlich, vor den Kameras, doch die wahre Wahrheit zugab.
Tegeltija sagte nämlich gestern Abend in einer Debatte mit Professor Suad Kurtćehajić im Föderalen Fernsehen, dass Bosnien und Herzegowina aufgrund internationaler Einmischung – des Handelns des Büros des Hohen Vertreters (OHR) und der Anwesenheit ausländischer Richter am Verfassungsgericht von Bosnien und Herzegowina – nicht souverän sei.
„Souveränität bedeutet oberste Gewalt über ein bestimmtes Territorium“, erklärte Tegeltija und wiederholte die Phrase seines Chefs, dass Bosnien und Herzegowina heute definitiv ein absolut nicht souveränes Land sei.
Deshalb muss Dodiks Erklärung zur Souveränität von Bosnien und Herzegowina genau geprüft werden und darf keinesfalls als Kompromissangebot der SNSD verstanden werden.
Da die Politiker in der RS blind der Politik Serbiens und Aleksandar Vučićs folgen, können wir auch bei diesem Thema der „Souveränität“ die Formel Belgrads erkennen. Nur scheinbar klingen Tegeltija und Dodik anders, genauso wie die einstudiert wirkende Uneinigkeit Vučićs mit dem serbischen Verteidigungsminister Miloš Vučević.
Wir werden uns daran erinnern, dass Vučić in einem kürzlichen Interview für die Financial Times behauptete, er habe nicht die Absicht, der Armee den Befehl zu geben, die Grenze zum Kosovo zu überschreiten, und dass er die serbischen Streitkräfte aus dieser Region abziehen werde.
- Serbien will keinen Krieg. Serbien hätte keinen Vorteil davon, da dies seine Position in den Verhandlungen mit Pristina unter der Schirmherrschaft der EU gefährden würde – sagte Vučić, der offenbar nach zahlreichen Warnungen aus dem Westen, seine Truppen von der Grenze zum Kosovo abzuziehen, zurückgerudert ist. Unter anderem reagierten der Nationale Sicherheitsrat der USA und die Europäische Union in diesem Sinne.
Der Verteidigungsminister Miloš Vučević sagt jedoch danach: „Wenn die serbische Armee vom Präsidenten als Oberbefehlshaber den Befehl erhalten würde, das Territorium des Kosovo zu betreten, ‚als Teil der Republik Serbien‘, wird die serbische Armee eine solche Aufgabe effizient, professionell und erfolgreich ausführen.“
So bietet auch Dodik eine Erklärung zur Souveränität an, und Tegeltija sagt etwas anderes. So verwandeln sich die Bösewichte Vučić und Dodik in Gute, und ihre engsten Mitarbeiter übernehmen die Rolle der Bösen.
Und in beiden Fällen, sowohl dem aus Serbien als auch dem aus der Republika Srpska, würden wir auf dasselbe Ergebnis kommen. Grünes Licht für die serbische Armee für den Einmarsch in den Kosovo würde gleichzeitig einen neuen Krieg auf dem Balkan bedeuten, genauso wie es für das Spiel mit der Souveränität von Bosnien und Herzegowina nach Dodiks Vorstellung gelten würde, was alles ist, aber keine Souveränität im vollen Sinne des Wortes.
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