
(Patria) - Der serbische Präsident Aleksandar Vučić erklärte heute, dass die USA die Sanktionen gegen die Naftna Industrija Srbije (NIS) um weitere vier Tage verschoben haben und diese somit ab dem 1. Oktober in Kraft treten werden.
Die USA setzten das größte Ölunternehmen Serbiens am 10. Januar auf die Sanktionsliste wegen des sogenannten „sekundären Risikos“ aufgrund der mehrheitlich russischen Eigentümerschaft des Unternehmens im Lichte der russischen Invasion in der Ukraine.
Die Sanktionen gegen NIS wurden bisher sechsmal verschoben, zuletzt bis zum 26. September. Die serbischen Behörden verhandelten in der Zwischenzeit mit der russischen und der amerikanischen Seite.
- Wir waren äußerst korrekt gegenüber unseren russischen und amerikanischen Partnern, wir werden uns bemühen, korrekt zu sein, aber die Menschen müssen wissen, dass wir einen äußerst hohen Preis zahlen müssen – sagte Vučić in einer Ansprache an die serbischen Medien in New York, wo er an der Sitzung der Generalversammlung der Vereinten Nationen teilnimmt.
Vučić behauptete, Serbien sei ein „Kollateralschaden der Beziehungen zwischen Amerikanern und Russen“ und erklärte: „Uns steht auf jeden Fall eine schwere Zeit und ein schwerer Winter bevor.“
In der Zwischenzeit hat sich die Eigentümerstruktur von NIS mehrmals geändert. Das russische Unternehmen Gazprom schied im September aus dem Eigentum von NIS aus, und eine andere von Gazprom verwaltete Firma – die Firma Intelligence aus Sankt Petersburg – wurde zu einem der bedeutenden Eigentümer.
Die Aktiengesellschaft Intelligence wurde Eigentümerin von 11,3 Prozent der Anteile des Unternehmens, wie aus Daten hervorgeht, die am 21. September auf der Website der Belgrader Börse veröffentlicht wurden.
Den größten Anteil an NIS hält weiterhin Gazprom Neft, eine Tochtergesellschaft von Gazprom (44,9 Prozent), und der serbische Staat hält 29,9 Prozent. Die übrigen Anteile entfallen auf Kleinaktionäre.
Vučić hatte bereits im Januar die Möglichkeit einer Nationalisierung von NIS zurückgewiesen und betont, dass Serbien „nicht an der Beschlagnahmung russischen Eigentums teilnehmen wird“.
Vertreter von NIS gaben im August bekannt, dass das Unternehmen zum Ende des ersten Halbjahres einen Verlust von 3,6 Milliarden Dinar (30 Millionen Euro) verzeichnete, unter anderem aufgrund der US-Sanktionen, aber auch wegen des Rückgangs der Ölpreise auf dem Weltmarkt.
NIS ist übrigens das einzige Unternehmen in Serbien, das sich mit der Exploration, Produktion und Raffination von Erdöl sowie der Produktion von Erdgas beschäftigt. Bis 2008 befand es sich mehrheitlich in Staatsbesitz, als Serbien 51 Prozent der Anteile von NIS für 400 Millionen Euro an Gazprom Neft verkaufte.
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